Mittwoch , 28. Oktober 2020

Das nächste Quartal in der KulturBäckerei

Von Frank Füllgrabe

Lüneburg.
Die Leser von Ausgabe 13 der „Bravo“ im Jahre 1959 dürften nicht schlecht gestaunt haben; sie lasen: „Was Sie auf der nebenstehenden Seite sehen, sind die Füße von Brigitte Bardot“, und tatsächlich waren dort — ungefähr in Originalgröße — zwei Füße abgebildet, die in Pumps und Netzstrümpfen steckten. Das war der Beginn des legendären Bravo-Starschnitts. Ihm wird im Februar in der KulturBäckerei eine große Sonderaustellung auf beiden Etagen gewidmet — optischer Mittelpunkt des ersten Quartals-Programms 2017.

Tarsächlich lag der Zeitschrift jede folgende Woche eine weitere Detail-Ansicht der damals 24-jährigen französischen Schauspielerin bei. Jeder weitere Teil konnte dann ausgeschnitten und zusammengeklebt werden. Bravo war 1956 zum ersten Mal erschienen, trug damals noch den Untertitel „Die Zeitschrift für Film und Fernsehen“, kostete 50 Pfennig — und siezte die Leser.

Die Beatles brauchten 39 Wochen

Bis zum Jahr 2004 wurden insgesamt 118 Starschnitte veröffentlicht, der Bogen reicht von Elvis, Roy Black, Winnetou (also Pierre Brice, der gleich mehrfach zum Starschnitt-Helden wurde) und den Village People bis Nena und Paul Young. Manchmal erforderte das Geduld — bis etwa die Beatles vollständig waren, dauerte es 39 Wochen.

Eröffnet wird das Januar-bis-März-Programm in der KulturBäckerei mit Malkursen, die erste Vernissage gestaltet am Donnerstag, 12. Januar, die Lüneburger Malerin Ruth Mundigo mit ihrem Werkszyklus „Abstrakten Welten“. Am Sonnabend, 14. Januar, gibt es ein Doppelprogramm: Das Figurentheater Tandera spielt „Frieda und Frosch“, das Ensemble Marmelock zeigt „Eliot und Isabella“. Das ist zugleich der Auftakt einer neuen Reihe mit Figurentheater.

7786387-kopieAm Sonntag, 22. Januar, lädt Heide Benser zur Eröffnung der Installation „ceteris paribus“, dafür schuf die Hamburger Fotografin eine Reihe von Personen-Fotografien, die alle unter den gleichen Bedingungen entstanden — eine Betonung der Individualität eines jeden Menschen, der ansonsten in der Gruppe zu verschwinden droht.

Charly Krökels Werkschau über 30 Jahre

Die Lüneburger Autorinnen Carolin George und Berit Neß, die in der KulturBäckerei auch ihre Schreibtische stehen haben, bitten am Freitag, 27. Januar, in den „KunstSalon“. Sie präsentieren ihr neues Buch „Gottes Häuser“. Der Sonnntag, 5. Februar, dreht sich um den Karikaturisten und Zeichner Charly Krökel: „Die Neugier bleibt“ ist der Titel der bis 19. Februar laufenden Werkschau, die immerhin rund 30 Jahre umfasst.

Erste Bühnenpremiere mit der Komödie „Kille kille“

Das Theater Rampenlicht feiert am Sonnabend, 4. März, die erste Bühnenpremiere 2017 mit der Komödie „Kille kille“ von Derek Benfield: Es könnte so gemütlich sein im Haus von Jane und Andrew — gäbe es nicht ständig diese unvorhergesehenen Todesfälle. Erst stürzt der Fensterputzer von der Leiter, dann erwischt es den Fernsehtechniker, und auch der Gasableser überlebt seinen Besuch nicht. Das kann kein Zufall sein, oder?

Abgeschlossen wird der Premieren-Reigen mit zwei Ausstellungseröffnungen, mit Arbeiten von Regine Tarara (25. März) und dem „Blick zurück nach vorn“ (26. März) von Franek.