Samstag , 31. Oktober 2020
Stefanie Kloss (links) von Silbermond singt beim Uelzen Open R, Caro Emerald in Luhmühlen bei A Summers Tale. A/gk hk

Die Qual der Festivalwahl

Von Hans-Martin Koch

Luhmühlen. Das Datum steht, die ersten Künstler werden verraten. Vom 2. bis 5. August 2017 geht das dritte „A Summers Tale“-Festival in Luhmühlen über die Bühne, exakt zum Schuljahresbeginn und fast parallel zum Uelzen Open R. Die Konzepte der Festivals unterscheiden sich stark, aber es wird für viele die Qual der Wahl geben.
In Uelzen scharrt Ulrich Gustävel mit den Hufen. Er will und wird vom 4. bis 6. August Programm bieten. Es gibt für den 4. fertige Verträge mit einem Weltstar, aber der Stachel in Gustävels Fleisch ist sozusagen das Management, das sich Zeit lässt. Klar: Gustävel baut für den Verkauf auf das Weihnachtsgeschäft, jeder Tag ohne Ansage ist ein Verlusttag für ihn.

Fest steht Tag zwei in Uelzen am 5. August mit Silbermond, Gregor Meyle und Max Giesinger sind gebucht; eine irische Pop-Variante könnte hinzukommen. Tag drei sollte eigentlich einen deutschen Top-Schlagerstar bringen, aktuell aber sieht es so aus, dass doch ein fettes Rockprogramm laufen wird.
Das Luhmühlen-Konzept setzt nicht ausschließlich auf Musik. „A Summers Tale“ will wieder eine Kombination aus Kurzurlaub und Open-Air-Kultur­erlebnis bieten. „Wir haben uns vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus den letzten beiden Jahren intensiv Gedanken gemacht, wie wir die Veranstaltung noch besser auf die Bedürfnisse und Nachfrage unserer Gäste ausrichten können“ so Stephan Thanscheidt, Festivalbooker und Geschäftsführer bei FKP Scorpio.

Uelzen wartet auf die Zusage eines Superstars
Ebenso intensiv aber dürfte über Geld gesprochen worden sein. Das Festival, das in den Medien von Stern bis Süddeutsche Zeitung geradezu euphorische Kritiken erhielt, ist bisher nicht im Plus-Bereich. Drei bis fünf Jahre brauche es, um ein Festival zu etablieren, sagte Scorpio-Chef Folkert Koopmans. Er gilt als Europas größter Festivalmacher. Bestätigt wurden gestern die ersten vier Auftritte: die schottischen Indie-Rocker Franz Ferdinand, Element of Crime um Sven Regener, die junge Britin Birdy und die mit Pop und Jazz erfolgreiche Niederländerin Caro Emerald. Wieder dabei sein wird auch der Hamburger Kneipenchor.

Zur anderen Seite des Festivals zählen die Kulturangebote ohne Musik: Literarisches zum Beispiel kommt u.a. von Stevan Paul („Der große Glander“) und von der Türsteher-Lesung „Zeit für Zorn“. Tina Meier wird unter dem Motto „Eine Frau, ein Bike, ein Pferd“ über ihre Teilnahme bei der Ralley Dakar reden, die „Honigfrau“ Agnes Flügel gibt Einblick ins Imkern, Sergej Kuhl­mann erzählt über „Highlining Slacklinen in schwindelerregenden Höhen“.
Und die besondere Seite sind die Workshops, die in diesem Jahr so begehrt waren, dass Angebot und Nachfrage kaum zur Deckung zu bringen waren. Erste Pläne für 2017: ein Stimmtrainings-Kurs, ein Cajon-Workshop, natürlich Yoga und vieles mehr. Für die jüngeren Festivalgäste wurden bereits die Band Randale und das Theaterstück „Elmar, der bunte Elefant“ gebucht.

In Luhmühlen wird Tag eins ruhiger laufen
Zunächst sah es so aus, als würde „A Summer`s Tale“ um einen Tag verkürzt. Der Mittwoch als besucherschwächster Einstiegstag wäre entfallen, so zeigte es in dieser Woche ein Festivalkalender des Veranstalters. Das Programm wird nun aber doch am Mittwochnachmittag starten, „im Zeichen intimerer Veranstaltungsformate“, wie es heißt. Das meint ein Kultur- und Nachtprogramm, ein Workshop- und Aktivangebot. Das Musikprogramm auf den großen Bühnen läuft ab Donnerstag, 3. August. Vieles wird geplant: Das Übernachtungskonzept soll ergänzt werden, das Outdoor-Angebot wachsen etc. Der Vorverkauf startet jedenfalls schon mal.