Samstag , 31. Oktober 2020
Das Quartett Philip & You um Philip Richert (vorn) stellt im T.3, der Jungen Bühne des Theaters sene Debüt-CD vor. Foto: huch

Band Philip & You stellen Album vor

Von Hans-Martin Koch
Lüneburg. Es hat sich was geändert im Leben von Rockmusikern, wenn sie sich um neun zur Probe verabreden und neun Uhr morgens meinen. Ein solcher ist Philip Richert, der in zweiter Linie Rockmusiker, in erster Schauspieler ist und davor noch Vater seit rund fünf Wochen, und noch wirkt er am Morgen nicht übermüdet.
Neben dem „Rössl“, dem „Hamlet“ und dem „Cyrano“, die ihn laufend in den Spielplan des Theaters einbinden, stehen ihm zwei schon ausverkaufte Premieren bevor: Am 15. Dezember hüllt er sich im T.NT in „Viva la Diva“ wieder in einen Diven-Fummel. An diesem Freitag schickt er im T.3 eine „Postcard From Nowhere“, so lautet die CD seiner Band.
Spricht man von der Rockband Richerts, dann meint man zwei. Beim Theaterfest und andernorts spielt Richert mit As You Like It dem Publikum die Füße wund. Da wird gecovert, was Rock und Soul hergeben. Die gleichen Musiker, nur ohne Keyboarder bilden die Band Philip & You. Das sind neben dem 38-jährigen Sänger noch Nico Wienberg (Gitarren), Henning Thomsen (Drums) und Kristof Behlau (Bass). Philip & You spielt Richerts eigene Stücke, Rockpop, der vorwärtsdrängt „ja, es ist am Ende Mainstreamrock“, sagt Richert.
Will man die Musik in Schubladen packen, dann könnten Namen wie Tom Petty, R.E.M. und Coldplay fallen. Aber die Namen nennt Richert mit allem Respekt, er will sich da nicht vergleichen. Philip & You spielt kompakte, fett arrangierte Rockmusik. Sie erfinden die Welt nicht neu, sondern beackern ein Feld, auf dem sie nicht allein unterwegs sind. Sie müssen also überzeugen, und das sollte gelingen. Die Songs sind eingängig, äußerst tanzbar, und die Hooklines bringen alle Qualitäten mit, die sich Ohrwürmern nachsagen lassen. „Postcard From Nowhere“ erschien beim Independent-Label Timezone Records.
Die Band bringt viel Erfahrung mit, der Kern trifft sich seit 1996 zum Proben. Lange Jahre war neun Uhr natürlich mit 21 Uhr gleichzusetzen, aber es sind mittlerweile mehrere Familienväter in der Band. Dass der Sound nicht an Frische verlor, zeigen die 13 Songs und wird live zu erleben sein.
Es folgt auf das ausverkaufte Konzert am Freitag ein zweites am Sonnabend, 26. November, um 20 Uhr im T.3 da ist noch etwas Platz. Live wird der Sound noch dichter, denn am Keyboard unterstützt Jan Hellberg das Quartett. Er ist auch bei as you like it dabei und bei der „Struwwelpeter“-Produktion, die im Mai/Juni 2017 wieder auf dem Spielplan steht.