Donnerstag , 22. Oktober 2020
Ein wenig ungastlich sieht es zurzeit im großen Saal des Lüneburger Theaters aus: Nur noch die Halterungen sind von den Sesselreihen geblieben. Mit Beginn der neuen Spielzeit werden hier neue rote Polster leuchten. Der Umbau soll bereits mit dem Probenbeginn fertig sein. Foto: t&w

Kein Platz ist mehr da – Das Theater Lüneburg sucht Stuhlpaten für die neuen roten Sessel

oc Lüneburg. Das Theater Lüneburg hat 542 Sitzplätze zu bieten. Im Moment sind es noch 411. Korrekt wäre zu sagen: gar keiner. Denn zurzeit sind die alten, bunt gemusterten Sessel verschwunden, durch den Saal ziehen sich Gestänge, es wird saniert und verbessert. Künftig wird der Saal nicht mehr als Ganzes, sondern in fünf Segmenten geheizt oder gekühlt, ganz nach Wunsch. Und aus den bunten werde rote Sessel. „Die Aktion mit Stuhlpaten ist sehr gut angelaufen“, stellt Verwaltungsdirektor Volker Degen-Feldmann fest. 131 Sessel haben bereits einen Paten, darum also sind noch 411 Sessel zu vergeben.

Möglich ist die Sanierung des Theaters durch EU-Mittel, sie deckt drei Viertel der Kosten ab. Bei jedem Sessel bleiben 100 Euro offen. Wer mitmacht, kann sich per Plakette als Spender an „seinem“ Stuhl verewigen lassen. Und natürlich darf mehr als ein Stuhl gesponsert werden, das ist laut Degen-Feldmann auch mehrfach schon der Fall. Die Aktion läuft unbefristet. Das Prozedere wird auf einem Faltblatt samt Formular erläutert, es ist auch im Internet zu finden: www.theater-lueneburg.de/stuhlpate.

Die Sanierungsarbeiten starteten sofort nach Spielzeitende. Altes flog raus, auch der Teppich im Foyer. Auf dem Dach steht schon ein mächtiges Kühlaggregat auf Gummipuffern, damit sich keine Schwingungen übertragen. Der Zeitplan für die Sanierung ist ehrgeizig, Mitte August beginnen die Proben, dann wird der Saal gebraucht, müssen die neuen Stühle stehen. Plaketten lassen sich aber auch noch viel später anbringen.