Donnerstag , 24. September 2020
Heike Wykhoff

Letzte Reise des Rock-Piraten

Der Mann mit dem ungewöhnlichen Vornamen Heike gehörte gefühlt schon ewig zur Lüneburger Szene. Gitarrist Heike Wykhoff griff bei Lands End und den Bad Pilots in die Saiten, bei den Piraten, bei What’ZZ Up und Wish. Nun trauern Lüneburger Musiker um ihn: Er ist jetzt im Alter von 57 Jahren gestorben.

Der blonde Kerl war als „begnadeter Sologitarrist“, so sein Kollege Kay Bergen, beim derben Rock zu Hause. In den 90ern gehörten die Piloten zu den angesagtesten Bands der Region. Damals gründeten sie zudem die Piraten, die mit rockigen Shantys und Schlagern von Hans Albers Erfolg hatten. Auch wenn die Jungs um Hardy Hartkopf ein bisschen davon träumten, allein von ihrer Musik leben zu können, blieben sie ihren Jobs treu — und verschrieben sich trotzdem der Musik.

Einer, der Heike Wykhoff (Foto: a/ta) über die Jahre als Manager und bei What’ZZ Up als Trommler begleitet hat, ist Peter Frank. Er erzählt, dass sein Freund vor einem Jahr die Diagnose Lungenkrebs mitgeteilt bekommen habe. Heike sei bewusst gewesen, dass seine Zeit begrenzt sein würde. So hat er vor einigen Wochen seine Freundin Regine geheiratet. „Eine schöne Feier“, sagt Frank. Die Bands hätten gemeinsam mit Heike bei der Feier in Lauenburg für richtige Hochzeitsmusik gesorgt. Es war ein erstes Farewell.

Am Freitag tritt Pirat Heike seine letzte große Fahrt an. Um 13 Uhr tragen seine Familie und viele Freunde ihn in Scharnebeck zu Grabe, dort, wo er als Jugendlicher Kirchenmusik machte. ca