Donnerstag , 29. Oktober 2020
Das Publikum musste in diesem Jahr allerdings fernbleiben (Archivbild). Quelle: Will Oliver/EPA/dpa

“Last Night of the Proms”: Umstrittene Lieder mit viel Abstand aufgeführt

Vorher gab es große Diskussionen über die Liedtexte. Gesungen wurden die Hymnen “Rule, Britannia” und “Land of Hope and Glory” bei der britischen “Last Night of the Proms” nun trotzdem. Kritisiert wurde das von der Black-Lives-Matter-Bewegung – unter anderem wegen der Textzeile “Briten werden niemals Sklaven sein”.

London. Lange Debatte über einen kurzen Auftritt: Nach heftigem Streit über zwei patriotische, britische Lieder sind diese bei der “Last Night of the Proms” am Samstag von einigen Dutzend Chorsängern mit Orchester in der Londoner Royal Albert Hall aufgeführt worden. Mit großem Abstand voneinander standen die festlich gekleideten Sänger in den rot gepolsterten Sitzreihen, in denen in anderen Jahren Tausende Zuhörer sitzen.

Im Zuge der Black-Lives-Matter-Proteste hatte es eine große Diskussion über die Liedtexte der traditionellen Hymnen „Rule, Britannia“ und „Land Of Hope And Glory“ gegeben. In „Rule, Britannia“ von 1740 heißt es unter anderem: „Herrsche Britannia …. Briten werden niemals Sklaven sein.“ Zeitweise hatte die BBC danach angekündigt, die Stücke nur als Orchesterversion ohne Gesang spielen zu wollen. Premier Boris Johnson hatte das als „Selbstdiskriminierung“ kritisiert. Letztlich kam doch noch die Kehrtwende – und es wurde wie gewohnt gesungen.

Konzert wegen Pandemie ohne Zuschauer

Zum Finale der jährlichen Sommer-Konzertreihe singen normalerweise viele Briten vor Ort laut mit und schwenken ihre Union-Jack-Fähnchen. Wegen der Corona-Pandemie fanden die Konzerte in der Royal Albert Hall in diesem Jahr allerdings ohne Publikum statt – für Zuschauer waren sie nur im Fernsehen zu erleben. Auch die Zahl der Musiker und Sänger war deutlich reduziert worden.

RND/dpa