Anzeige
Über den Wolken: Drache Lung, der Waisenjunge Ben und das Koboldmädchen Schwefelfell sind auf der Suche nach dem "Saum des Himmels". Quelle: -/Constantin Film /dpa

Wie die Fabeltiere die Welt sehen – der Animationsfilm “Drachenreiter”

Die “Drachenzähmen leicht gemacht”-Trilogie entpuppte sich als Publikumsmagnet. Die Macher von “Drachenreiter” versuchen nun, auf deren Erfolgswelle mitzuschwimmen. Und sie gehen ganz offensiv damit um, indem sie einmal ziemlich direkt auf die Animationsvorgänger um die Freundschaft eines Wikingerjungen mit einem der Fabelwesen anspielen.

Der sich an einer Buchvorlage von Cornelia Funke orientierende Film spult seine Geschichte freilich aus der Drachenperspektive ab: Als die Menschen den Zufluchtsort seiner Horde mit einem riesigen Tagebau bedrohen, bricht der junge Silberdrache Lung mit seiner Koboldfreundin Schwefelfell auf, um den “Saum des Himmels” zu finden, ein Lindwurmparadies. Den beiden schließt sich der diebische Waisenjunge Ben an, der sich als Drachenreiter ausgibt. Leider bekommt auch der Drachenterminator Nesselbrand Wind von der Sache.

Der Mensch tritt hier vorwiegend als Umweltzerstörer auf, Bens Eltern kamen bei einem Autounfall ums Leben. Aber solch kritische Themen werden nicht groß vertieft. Regisseur Tomer Eshed legt mehr Wert auf den Freundschaftsaspekt und eine turbulente Handlung.

Origineller ist da schon der oft für Schmunzeln sorgende Einbau realer zeitgenössischer Elemente in die Fantasystory. So versucht sich Schwefelfell mit Hilfe eines allwissenden Orakels namens “Internet”, schlauer zu machen. Und dass Lung und Co. einmal knapp an dem im Eis eingeschlossenen “Ice Age”-Unglückshörnchen Scratch vorbeihuschen, ist auch ganz lustig.

“Drachenreiter”, Regie: Tomer Eshed, 91 Minuten, FSK 0 (Kinostart am 15. Oktober)

Von Jörg Brandes/RND