Im Herbst erscheinen traditionell viele neue Thriller (Symbolbild). Quelle: picture alliance

Tödlicher Herbst: die besten neuen Thriller für schlaflose Nächte

Allgemein gilt der Herbst als die nasseste und ungemütlichste Jahreszeit. Vielleicht deshalb erscheinen dann immer besonders viele Thriller, mit denen man sich ins kuschelige Eigenheim zurückziehen kann. Wir stellen acht der Neuerscheinungen vor:

1. „Der Heimweg“ von Sebastian Fitzek

Seit Jahren gilt Sebastian Fitzek als der ungekrönte Thrillerkönig unter den deutschen Schriftstellern. Dass er diesen Titel völlig zu Recht trägt, stellt er mit seinem neuesten Werk „Der Heimweg“ unter Beweis. Mit dem Thema häusliche Gewalt behandelt er zudem eines der drängendsten Tabuthemen unserer Gesellschaft. Doch Vorsicht: „Der Heimweg“ geht nicht nur unter die Haut, sondern hallt auch noch lange nach, nachdem man das Buch längst beiseitegelegt hat.

Darum geht’s:

Jules ist ehrenamtlicher Mitarbeiter des Begleittelefons, einem Service für Frauen, die nachts auf ihrem Heimweg nicht alleine sein wollen. Eines Nachts ruft Klara an, die nicht auf dem Heimweg ist, sondern die Todesangst hat und sich das Leben nehmen will. Jules soll sie bei diesem letzten Weg begleiten...

2. „Der Junge aus dem Wald“ von Harlan Coben

„Der Junge aus dem Wald“ ist bereits der 32. Thriller aus der Feder von Vielschreiber Harlan Coben. Seine Werke werden regelmäßig als Miniserien für Streamingdienste wie Amazon Prime („The Five“) oder Netflix („Das Grab im Wald“) verfilmt. Als Markenzeichen des US-Autors gelten kurze Kapitel, die meist mit einem Cliffhanger enden. Auch in seinem jüngsten Thriller kommt Coben schnell zur Sache und lässt die Spannungskurve in die Höhe schnellen. Fesselnd bis zur überraschenden Auflösung.

Darum geht’s:

Als kleiner Junge wird Wilde im Wald gefunden, doch er kann sich an nichts mehr erinnern. 30 Jahre später arbeitet Wilde als Privatdetektiv. Als er das Verschwinden der Schülerin Naomi aufklären soll, kommt er Stück für Stück seiner eigenen Vergangenheit auf die Spur...

3. „Ich bin der Sturm“ von Michaela Kastel

Die Wiener Schriftstellerin Michaela Kastel verfügt über einen bildgewaltigen Schreibstil, mit dem sie mitreißende Geschichten jenseits aller Krimiklischees verfasst. „Ich bin der Sturm“ ist ein poetischer Rachethriller, der tief unter die Haut geht. Überraschend, düster, verstörend.

Darum geht’s:

Seit ihrem 13. Lebensjahr ist Madonna in einer Zelle eingesperrt und wird regelmäßig misshandelt. Als sie eines Nachts flüchten kann, dreht sie den Spieß um und rächt sich an ihren Peinigern...

4. „Die letzte Jagd“ von Jean-Christophe Grangé

Hierzulande hatte Jean-Christophe Grangé seinen großen Durchbruch mit der Verfilmung von „Die purpurnen Flüsse“ (2000). Mittlerweile gibt es sogar eine ZDF-Serie, die so heißt, obwohl sie mit dem einstigen Stoff nichts mehr zu tun hat. Doch auch die anderen Werke des Pariser Schriftstellers haben alles, was spannende Thriller brauchen: ausgeklügelte Plots, vielschichtige Charaktere und überraschende Auflösungen.

Darum geht’s:

Der Erbe eines Millionenvermögens wird erschossen im Wald aufgefunden. Die Spur der Täter führt Kommissar Pierre Niémans und seine junge Kollegin Ivana in den Schwarzwald. Dort geschieht ein zweiter Mord. Aber es wird nicht der letzte sein...

5. „Der rote Apfel“ von Mi-Ae Seo

In ihrem Heimatland Südkorea ist Mi-Ae Seo bereits eine erfolgreiche Thrillerautorin. Doch „Der rote Apfel“ könnte ihr auch hierzulande zum Durchbruch verhelfen. Man benötigt auf den ersten Seiten allerdings ein wenig Durchhaltevermögen, bis die Handlung an Fahrt aufnimmt. Mehr als einmal erinnert einen die Geschichte an Thomas Harris’ Klassiker „Das Schweigen der Lämmer“, was der Spannung allerdings keinen Abbruch tut. Ein perfides Kammerspiel mit vielen psychologischen Fallstricken.

Darum geht’s:

Serienmörder Lee entführte und ermordete dreizehn Frauen, bevor er verhaftet wurde. Nun sitzt er im Todestrakt und verweigert jegliche Aussage. Mit einer Ausnahme: Er will nur mit der jungen Kriminalpsychologin Sonkyong reden. Als Gegenleistung muss sie ihm bei den Gesprächen immer einen roten Apfel mitbringen...

6. „Barbarotti und der schwermütige Busfahrer“ von Håkan Nesser

Völlig zu Recht gilt Håkan Nesser als der Philosoph unter den Thrillerautoren. Wie leichtfüßig er zwischen drei Erzählebenen hin- und herspringt, ohne die eigentliche Krimihandlung aus den Augen zu verlieren, ist beeindruckend. Seine genaue Beobachtungsgabe ist ebenso bezeichnend für Nesser wie auch seine Schilderungen der philosophisch-existentialistischen Gedankenwelt des Inspektors Barbarotti.

Darum geht’s:

Gunnar Barbarotti und seine Kollegin Eva Backmann mussten bei einem Einsatz zur Schusswaffe greifen, was für einen Jugendlichen tödlich endete. Um etwas Abstand zu gewinnen, beschließen die beiden, sich eine Zeit lang auf die Insel Gotland zurückzuziehen. Dort trifft Barbarotti auf einen vermissten Busfahrer, der vor Jahren einen Unfall verursachte, bei dem 17 Menschen starben...

7. „Ihr Königreich“ von Jo Nesbø

Der norwegische Autor Jo Nesbø ist der Schöpfer von Ermittler Harry Hole. Doch der kommt in seinem neuesten Werk „Ihr Königreich“ nicht vor. Auch kann man das Buch nicht als klassischen Thriller bezeichnen, sondern eher als Familiengeschichte mit mörderischem Hintergrund. Wer auf absurde Handlungen und schrullige Charaktere steht, wird trotzdem bestens unterhalten.

Darum geht’s:

Die Brüder Roy und Carl leben mit ihren Eltern auf einem Hof namens „Königreich“ in den Bergen Norwegens. Als ihre Eltern eines Tages verunglücken, geben sich die Geschwister gegenseitig Halt. Doch irgendwann beschließt Carl, nach Amerika auszuwandern. Erst 15 Jahre später kehrt er ins „Königreich“ zurück, aber er führt nichts Gutes im Schilde...

8. „Die verstummte Frau“ von Karin Slaughter

Kein Herbst ohne neuen Slaughter-Thriller! So verlässlich wie die Umstellung auf die europäische Winterzeit veröffentlicht Karin Slaughter jedes Jahr ein neues Werk. Mit 672 (!) Seiten ist „Die verstummte Frau“ besonders ausführlich geraten. In ihrer sogenannten Georgia-Reihe schildert Slaughter den neuesten Fall für die beiden Ermittler Sara Linton und Will Trent. Auch Neueinsteiger kommen bei dieser hochspannenden, komplexen Handlung, die immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart springt, voll auf ihre Kosten.

Darum geht’s:

Eine junge Frau wird brutal vergewaltigt und sterbend zurückgelassen. Als Will Trent den Fall übernimmt, führt ihn eine Spur ins Gefängnis. Einer der Insassen behauptet, dass er vor acht Jahren für ein ähnliches Verbrechen verurteilt wurde und seitdem unschuldig im Knast sitzt. Trent rollt den alten Fall neu auf...

Diese acht Thriller sind nur ein kleiner Teil der Neuveröffentlichungen im Herbst. In jeder gut sortierten Buchhandlung dürfte man noch weitere spannende Werke finden.

Von Thomas Kielhorn/RND

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