Eric Clapton. Quelle: dpa

Claptons Crossroads-Festival: Das Treffen der Gitarrenmeister

„Clapton ist God“ sprühte ein Fan des britischen Meistergitarristen und Bluesmaniacs Eric Clapton in den Sechzigerjahren nicht allzu gelenk an eine Häuserwand im Londoner Stadtteil Islington. Und daraus wurde im Rock ’n‘ Roll eine stehende Redewendung. Wenn also der Mann, den sie (ob seiner filigranen Gitarrenkünste) „Gott“ nennen, ruft, kommen nicht wenige.

2019, damals, als „live“ noch ganz normal war, versammelte Clapton für sein fünftes Crossroads Guitar Festival eine ganze Reihe namhafter Musiker und Musikerinnen um sich. Das zweitägige Konzertevent fand im American Airlines Center im texanischen Dallas statt. Der wohltätige Zweck der Unternehmung: Es wurden Gelder für das Crossroads Centre in Antigua gesammelt, die 1998 von Clapton gegründete Therapieeinrichtung für Alkohol- und Drogenabhängige.

Nach einer sechsjährigen Auszeit kehrte das Festival zurück. Und die dort gebotenen Leistungen von Gitarrenvirtuosen wie (in alphabetischer Reihenfolge) James Bay, Jeff Beck, Doyle Bramhall II, Gary Clark Jr., Robert Cray, Sheryl Crow, Andy Fairweather Low, Peter Frampton, Vince Gill, Buddy Guy, Sonny Landreth, Lianne La Havas, Los Lobos, John Mayer, Keb‘ Mo‘, Bonnie Raitt, Robert Randolph, Tedeschi Trucks Band, Jimmie Vaughan und weiteren werden nun auf Bild- und Tonträgern dokumentiert.

Das Label Rhino fängt die besten Momente der Shows ein. „Eric Claptons Crossroads Guitar Festival 2019“ erscheint am Freitag (20. November) in vier Ausführungen: als Dreifach-CD, Sechsfach-Vinyl, Doppel-DVD und als einzelne Blu-Ray-Disc.

Für viele noch ein Geheimtipp: Marcus King

Wer noch nie von ihm gehört hat, der wird ihn nie wieder vergessen: The Marcus King Band um den 24-jährigen Jungmeister Marcus King aus South Carolina. Der hat bislang drei Alben mit seiner Band und ein Soloalbum eingespielt. Und kann sich gefühlt stundenlang in den Saiten seiner Gitarre verlieren, aber auch kurze, prägnante, enorm eingängige Americana-Songs schreiben. Von Kings Festivalperformance des Songs „Goodbye Carolina“ kann man sich über den Youtube-Kanal des Labels Rhino einen Eindruck machen.

Im Verlauf der Show teilte sich Eric Clapton die Bühne mit anderen Musikern, um einige seiner bekanntesten Songs zu performen. Den Liebesrocksong „Layla“ spielte Clapton zusammen mit John Mayer, akustische Versionen von „Wonderful Tonight“ und „Lay Down Sally“ bot er mit Andy Fairweather Low. Und mit „While My Guitar Gently Weeps“ verbeugte Clapton sich zusammen mit Peter Frampton vor seinem verstorbenen Freund, dem Ex-Beatle George Harrison.

In den Zugaben spielte das gesamte Ensemble die Prince-Ballade „Purple Rain“ und – quasi als Zusammenfassung der Abende in einem Songtitel – Joe Cockers „High Time We Went“.

Das erste Crossroads-Benefizkonzert fand 1999 im Madison Square Garden in New York City statt. Das The Crossroads Guitar Festival feierte sein Debüt 2004 in der Cotton Bowl in Dallas. Das ausverkaufte Konzert wurde damals auf einer Doppel-DVD festgehalten, die sich seitdem zu einer der weltweit meistverkauften Musik-DVDs entwickelt hat, mit zehnfachem Platinstatus in den USA.

RND/ag/big