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Lucy, Vanessa, Sandy, Jessica und Nadja von den No Angels auf dem Happy Family-Festival (Archiv). Quelle: imago images/POP-EYE

Fans völlig aus dem Häuschen: Die No Angels gibt’s jetzt auch auf Spotify

Berlin. Für Kinder der 2000er-Jahre war es schon immer ein Ärgernis: Viele ihrer ehemaligen Idole aus dieser Zeit waren lange Zeit nicht auf Streaminganbietern wie Spotify, Apple Music oder Deezer zu finden – dazu gehören etwa sämtliche Gewinnerbands der damaligen RTL-2-Castingshow „Popstars“. Weder die No Angels noch Bro‘Sis oder Monrose konnten hier gestreamt werden – und wenn, dann nur einige wenige Stücke.

Seit Freitag hat das Warten ein Ende: Der gesamte Katalog aller Popstars-Bands ist jetzt auch streambar – und Fans sind völlig aus dem Häuschen. „Oh man, es gibt die Musik von den #noangels jetzt zum streamen“, schreibt beispielsweise eine Nutzerin auf Twitter und markiert den Tweet mit einem Herzchen. „Das ist keine Übung, Leute!!“ , schreibt ein anderer. „Besser als jedes Album, das heute rauskommt.“ Andere diskutieren über die besten No Angels-Songs.

Andere verbinden ganz persönliche Erlebnisse mit den Bands der 2000er Jahre: „Lucy von den No Angels war einfach die erste Frau, die mir gezeigt hat, dass es ok ist, auf Frauen zu stehen“, kommentiert etwa @GrumpyEmmi. Und die Autorin Anja Rützel schreibt: „Streamt ihr nur alle No Angels, ich pumpe schon seit Stunden ‚Do you‘ von Bro’Sis und werfe dazu locker ein paar Körbe.“

„Mein Postfach explodiert gerade“

Der Lovestorm kommt auch bei den ehemaligen No Angels selbst an: „Ok, mein Postfach explodiert gerade“, schreibt etwa Sandy Mölling in ihrer Instagram-Story und ergänzt: „I love you guys“. Auch Nadja Benaissa repostete in ihrer Story zahlreiche aufgeregte Fanreaktionen inklusive alter Clips aus der Castingshow „Popstars“.

Und Lucy Diakovska ist völlig überwältigt: „Was ist denn bitte seit heute Nacht los hier bei Instagram? Ich schaff es überhaupt nicht, mir alles anzuschauen. (...) Leute, ihr seid der Wahnsinn!“ Gleichzeitig schlägt sie vor, mal mit „ihren Mädels“ zu quatschen. Schließlich gebe es keinen offiziellen Bandaccount der No Angels auf Instagram – da müsse man doch mal was „starten“, so Diakovska.

Möglich macht den Einzug der „Popstars“-Bands auf die Streamingplattformen übrigens ein Deal zweiter Plattenfirmen. In den 2000er Jahren hatte das Label Cheyenne Records sämtliche Singles und Alben der „Popstars“-Bands herausgebracht, vor etwa fünf Jahren verschwanden die Songs wegen auslaufender Lizenzen jedoch von den Streamingportalen.

Ein Deal macht‘s möglich

Nun hat das Label BMG mit Cheyenne Records einen Deal abgeschlossen und den gesamten Katalog übernommen. „Der Katalog von Cheyenne Records gehört zweifelsohne zu den Kronjuwelen der deutschen Popmusik der 2000er-Jahre, und wir freuen uns, sie der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Es ist gleichzeitig ein Beweis für BMGs Versprechen, Künstler*innen den besten Service in einer digitalen Welt zu bieten“, wird Maximilian Kolb, Managing Director BMG GSA in einer Pressemitteilung zitiert.

Laut BMG wurden die No Angels mit vier Nummer-eins-Hits, drei Nummer-eins-Alben und mehr als fünf Millionen verkauften Platten „zur meistverkauften deutschen Girlband aller Zeiten“ und „zur erfolgreichsten Girlband der 2000er-Jahre in Kontinentaleuropa“. Die Debütsingle „Daylight in Your Eyes“ habe sich „allein in der ersten Woche nach Veröffentlichung mehr als 500.000 Mal“ verkauft und das Debütalbum, „Elle’ments“, wurde dreifach mit Platin ausgezeichnet.

Spotify-Störung wegen der No Angels?

Ganz ohne Folgen schien der Streaminghype um die ehemalige Girlband am Freitag übrigens nicht zu bleiben: Der Streamingdienst Spotify meldete am selben Tag eine Störung – Kundinnen und Kunden konnten zeitweise die Musik nicht hören, stattdessen ließen sich die Songs nur ohne Ton abspielen.

Fans vermuten auf Twitter, die Störung stehe in direktem Zusammenhang mit dem Erscheinen des No-Angels-Katalogs. Dass jedoch eine einzige Band aus einem vergleichsweise kleinen Land die Server des Unternehmens in die Knie zwingen könnte, ist derweil sehr unwahrscheinlich. Wie oft die Lieder der Band am ersten Tag tatsächlich gestreamt wurden, lässt sich übrigens auch noch nicht sagen: Die Aufrufzahlen auf den Profilseiten der Artists aktualisieren sich nur zeitverzögert.

Von Matthias Schwarzer/RND