Er spielt einen Roboter: Dan Stevens in einer Szene aus Maria Schraders Film „Ich bin dein Mensch“. Quelle: Christine Fenzl/Berlinale/dpa

Von den Golden Globes zur Berlinale: Maria Schrader und ihr Film „Ich bin dein Mensch“

Berlin. Bei den Golden Globes ist Maria Schrader am Sonntagabend mit ihrer Serie „Unorthodox” knapp an einem Preis vorbeigeschrammt, bei der digitalen Berlinale in dieser Woche ist sie nun schon wieder im Rennen um den Goldenen Bären: Die Regisseurin gab am Montag eine virtuelle Pressekonferenz zu ihrer Tragikomödie „Ich bin dein Mensch”, einen von 15 Beiträgen im Wettbewerb des Festivals.

Das ist durchaus bemerkenswert: Es handelte sich um eine von vielleicht einer Handvoll Pressekonferenzen, die es bei dieser Berlinale überhaupt gibt – das Festival findet komplett ohne Zuschauer statt. Auf der Bühne eines leeren Kinos vor einem roten Vorhang saß nun Schraders Team und sinnierte über die Beziehung von Mensch und Maschine.

Girl meets Roboter-Boy

In ihrem Film geht es nach Schraders Worten um das klassische Kinothema „Boy meets Girl”, allerdings entscheidend variiert: „Girl meets Boy” – und dann noch einen Roboter-Boy, der allein gemacht ist, um die von Maren Eggert gespielte Hauptfigur zu lieben.

Ob darin die Zukunft für die Liebe liegen könnte? Sie wolle keinesfalls urteilen, sagte Schrader. Es sei ja durchaus eine reizvolle Vorstellung, mit einem Partner zu tun zu haben, der nicht krank wird und nicht stirbt, nicht von Ängsten und Instinkten getrieben wird. „Jede Art des Glücks ist erst einmal willkommen”, so die Regisseurin.

So weit weg von unserer Gegenwart sei die Geschichte nicht und künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch: Hat sich nicht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel schon mit einem Roboter namens Sophie unterhalten?

Allerdings wird Schrader nach eigenen Angaben selbst rebellisch, wenn sie sich dem Diktat von Algorithmen unterwerfen soll – etwa bei Streamingdiensten, die stets zu wissen meinen, welcher Film der richtige für sogenannte User ist. Dieser Widerstand der Regisseurin birgt eine gewisse Ironie, läuft Schraders Serie „Unorthodox” doch höchst erfolgreich bei Netflix.

Womit noch einmal der Bogen geschlagen war zu den Golden Globes: „Unorthodox” hatte das Nachsehen gegenüber der Sensationsserie „Damengambit”. Wie sehr schmerzt es sie, in Hollywood leer ausgegangen zu sein? „Es ist schon eine Sensation, nominiert zu werden”, so Schrader ganz entspannt. „Da freut man sich, wenn man gewinnt, und auch dann, wenn man nicht gewinnt.”

Von Stefan Stosch/RND