Freitag , 2. Dezember 2022
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In Hanau hatte am 19. Februar vergangenen Jahres ein 43-jähriger Deutscher neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen, bevor er vermutlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete. Nun soll der Anschlag verfilmt werden (Archivbild). Quelle: imago images/Marcel Lorenz

Trotz Kritik: Regisseur Boll hält an „Hanau“-Film fest

Hanau. Auch nach Kritik will der Regisseur Uwe Boll an der Veröffentlichung seines Films über den rassistischen Anschlag von Hanau festhalten. Der Film sei bereits gedreht und in der Postproduktion und komme im Sommer heraus, sagte Boll am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings habe er die beiden anderen Teile der ursprünglich geplanten Trilogie „Deutschland im Winter“ erst einmal auf Eis gelegt, nachdem das Projekt wegen negativer Presse zu „Hanau“ von der Filmförderung abgelehnt worden sei. Zuvor hatten mehrere Medien mit Verweis auf eine Facebook-Äußerung Bolls berichtet, der Film über das Attentat sei gestoppt worden.

Tat löste bundesweites Entsetzen aus

In Hanau hatte am 19. Februar vergangenen Jahres ein 43-jähriger Deutscher neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen, bevor er vermutlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Neben der Stadt Hanau hatten auch die Opfer-Familien empört auf das Filmprojekt reagiert und Boll in einem offenen Brief aufgefordert, die Vorbereitungen einzustellen.

Boll verteidigte sein Vorhaben am Montag erneut. Es sei wichtig, sich mit den Gefahren von Rechtsextremismus auseinanderzusetzen und auch legitim, sich dafür filmischer Mittel zu bedienen. „Man kann einen Film nicht beurteilen, den man nicht gesehen hat.“ Auf welchem Weg er genau veröffentlicht werde, sei noch nicht sicher, in Frage kämen aber Kino, Streamingdienste, per Video oder Blueray. Von der Stadt Hanau war zu den aktuellen Äußerungen Bolls am Montag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

RND/dpa