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Nur Stimme und Celli: Imany covert auf ihrem neuen Album Popsongs auf spezielle Weise. Quelle: dpa

Neue Alben von Bosse, Imany, Iron Maiden und anderen

Conor O’Brien alias Villagers wendet sich auf „Fever Dreams“ der Psychedelik zu – ihm geht es wie Iron Maiden zuvörderst um Musik, nicht um Kommerz. Während Metallica ihr „Black Album“ feiern, mit dem sie sich vor 30 Jahren vom Thrash Metal ab- und den Stadien der Welt zuwandten.

Abba geht immer – die Manic Street Preachers im Happy-go-Lucky-Gewand

Die Manic Street Preachers waren schon des Öfteren in ihrer Karriere mal „die neuen“ irgendwas. Als sie sie 1998 mit ihrem bis dato poppigsten Rockalbum „This Is my Truth Tell me yours“ (und der majestätischen Wehret-den-Anfängen-Single „If you Tolerate this Then your Children Will Be Next“) rüberkamen, wurden sie sogar mal als die neuen Queen gehypt – freilich mit bannig politischem Impetus. Jetzt, 23 Jahre später wird dieser Popappeal durch „The Ultra Vivid Lament“ getoppt. Die Preachers, die immer noch wider die Wegbereiter neuen Weltunheils predigen, sind jetzt die neuen Abba – das Keyboard­solo des Openers „Still Snowing in Sapporo“ ist das erste Zeichen für eine Verehrung der vier Schweden.

Abba sind nicht der einzige, aber doch der markanteste und absichtsvollste Sound­bezugs­punkt der Waliser. „Orwellian“, der Vorbote des Albums, hätte beispielsweise eine erstklassige Single für Annafrid, Agnetha, Björn und Benny abgegeben. Ob die Preachers-Fans die zeitkritische Lyrik zu Happy-Go-Lucky-Sounds goutieren werden, wird sich weisen, der Text beißt jedenfalls tief in die Gegenwart hinein – handelt von den populistischen Sprachverwirrungen unserer Tage à la „1984“, vom Verlust des Bedeutsamen zugunsten des Banalen und von sozialen Plattformen, auf denen sich die hässlichen Seiten des Menschseins offenbaren. Wenn Julia Cumming (von Sunflower Beam) Bradfield bei „The Secret He Had Missed“ begleitet, ist der „späte-Abba“-Flavor noch okay.

Don’t Let the Night Divide us“ geht im Sound dann zurück bis in die Zeit von „Waterloo“ und das ist dann doch – kurzes, lebhaftes Lamento – „too much“. Im Fall dieses Songs nehmen wir dann doch lieber die alten, echten Abba, die gestern Abend (2. September) nach knapp 40 Jahren Dornröschenschlafs endlich wieder zu Leben erwachten und für November ein komplettes neues Album namens „Voyage“ versprachen, dazu Konzerte in einer eigens dafür gebauten Konzerthalle in London – mit frappierend ähnlichen mit modernster Digitaltechnik erzeugten Ebenbildern, den „Abbataren“.

Manic Street Preachers – „The Ultra Vivid Lament“ (Columbia/Sony) – erscheint am 10. September

Mouse Rat – eine Fernsehserienband geht ans American Songbook

Nix „awesome“: Das „Awesome Album“ ist eins für Die-hard-Fans der Serie „Parks and Recreation“ (2009–2015) und sonst niemanden. Der nichtsnutzige Sänger der fiktionalen Band Mouse Rat Andy Dywer („Guardians of the Galaxy“-Star Chris Pratt) startet mit dem countryesken Mitgrölsong „5000 Candles in the Wind“, dem Trauergesang um das tote Zwergpony Li’l Sebastian aus Pawnee, Indiana, das postum zum Pegasus werden soll („Spread your wings and fly“) und arbeitet sich an Alternativerock wie „The Pit“ oder Jingle-Jangle-Kokolores wie „Sex Hair“ ab.

Ohne die Comedy drum herum sind Sachen wie „Two Birds Holding Hands“ freilich halb so lustig. Irgendwann schrabbelt sich Mouse Rat (die Band, die in der Serie gefühlt 1000 Namen hatte) mit Versionen von „The Way you Look Tonight“, „Let’s Call the Whole Thing off“, „I’ve Got you under my Skin“ oder „I’ll Get a Kick out of you“ nicht sonderlich originell durchs Great American Songbook, was zuweilen nicht mal eine halbe Minute dauert.

Das Ganze bleibt ein Jux, der doch eher nicht „awesome“ ist. Fast hätte man das Album in die Ecke mit dem Ungoutierbaren gestellt, als schließlich eine vertraute Stimme uns mit dem traumhaften Folkrockstück „Cold Water“ (samt samtigem Saxofonsolo) aufhorchen lässt. Hinter dem – ebenfalls fiktiven – Scott Tanner steckt niemand anderes als Wilco-Chef Jeff Tweedy.

Mouse Rat – „The Awesome Album“ (Dualtone/eOne)

Die halluzinogenen Klänge der Villagers

Zuletzt war Conor O’Brien elektronischer unterwegs, arbeitete verstärkt mit Samples. Auf dem Nachfolger des Villagers-Albums „The Art of Pretending to Swim“ (2018) allerdings klingt alles warm, analog, richtig nach Band. Die freilich stürzt sich auf „Fever Dreams“ in die Gefilde des Surrealen. Dem Piano enttaumeln bei „The First Day“ betrunkene Töne, die Stimme des Iren schliert und dehnt sich traumhaft, bis dann Bläser gülden gleißen wie bei Burt Bacharach.

Das Album klang womöglich anders, als es im Jahr vor der Pandemie aufgenommen wurde. In den unwirklich scheinenden Monaten des ersten Lockdowns wurde es von O’Brien noch einmal bearbeitet und verfeinert und erscheint jetzt als fiebrige Schönheit, ein Soundamalgam aus Soul, Jazz und Psychedelik. Halluzinogene Musik zwischen Beatles und Flaming Lips, zwischen Marvin Gaye und den frühen Pink Floyd – experimentell und hochmelodisch zugleich. Die Xylofone funkeln, die Saxofone schmiegen sich ins Ohr, aber dieser Fluchtort aus der rundum schlimmen Wirklichkeit ist beileibe kein Idyll. Im labyrinthischen Sechsminüter „Circles in the Firing Line“, wird es gegen Ende punkig, wenn O’Brien flucht: „They’re fucking up my favourite dream.“ Mit dem Lieblingstraum meint er vielleicht die Wirklichkeit. Und damit hätte er verdammt recht.

Villagers – „Fever Dreams“ (Domino)

Tré Burt und das schwarze Leben im weißen Amerika

Arbeiterklasse. Faust empor. Tré Burt war Wartungs­mechaniker am Flughafen, arbeitete für UPS. Er weiß, was unten ist, singt für die unten, was ja fast alle sind, und er redet denen, die das noch nicht begriffen haben, ins Gewissen: „Du, ja, du! (Tu gefälligst was)“. „You, Yeah, You“ ist das zweite Album des schwarzen Dylan (samt dylanesker Wortverschleifungen), der seine Erfahrungen im weißen Amerika schildert. Die Angst kennt er selbst. Als er einmal spätabends in seinem Viertel spazieren ging, hetzte ihm eine Weiße die Polizei auf den Hals. Alles endete gut. In der Drei­minuten­tragödie „By the Jasmine“ aber malt er sich aus, was hätte passieren können im George-Floyd-Amerika, in dem eine weiße Karen einem schwarzen Dante „mit Mondlicht in den Augen“ den Tod bereitet.

Keine Gewinner gibt es, keine Verlierer, nur das Leben und die, die es missbrauchen, verkündet Tré Burt in „Carnival Mirror“, seinem Plädoyer für eine gleichere, gerechtere Gesellschaft. Und in „Sweet Misery“ seufzt die Mundharmonika umarmend, während der Held im Lied jeden anspricht, dem Nächsten zu helfen und ihn niemals zu belügen. „Dixie Red“ ist eine tief empfundene Hommage samt Songreferenzen an den verstorbenen Seelen­verwandten John Prine, auf dessen Label Burt veröffentlicht und der für sein soziales Singen berühmt wurde. „Sein Vermächtnis ist wie Gold, und es kann nicht verkauft werden“, befindet Tré Burt.

Tré Burt – „You, Yeah, you“ (Oh Boy Records)

Imany, die Celli und die Musik der anderen

Da sind Celli, die schnarren, quietschen, zittern, flattern und seufzen wie Instrumente aus Grabesnacht. Sie tun all das zu „Ne me quitte pas“, das die francokomorische Sängerin Imany mit den englischen Lyrics interpretiert. Jacques Brels flehentliche Bitte, nicht verlassen zu werden, eröffnet das Coveralbum „Voodoo Cello“ der Frau mit der wahrhaft abgrundtiefen Stimme. Seit der tanzbaren Version ihres Songs „Don’t Be so Shy“ (eine Milliarde Klicks) ist Imany ein weltweiter Name geworden.

Die Auswahl der Songs kommt einem zunächst nicht allzu speziell vor. Popsongs großer Namen von Imagine Dragons („Believer“), Ed Sheeran („The A-Team“) bis Madonna („Like a Prayer“) reihen sich aneinander. Sie beschwört Cat Stevens’ „Wild World“ ebenso herauf wie Elton Johns „I’m Still Standing“, das seinen ganzen Disco-Glitzer einbüßt und zur Ballade einer zerbrochenen Liebenden wird. Das Verweben von Stimme und Streichern gibt dem hundertfach Gehörten eine neue Einzigartigkeit. Das Sicherheitsnetz indes, das mit den zwei „Don‘t Be so Shy“-Versionen auf „The Wrong Side of War“ (2016) funktionierte, findet sich auch hier: Blacks „Wonderful Life“ gibt’s zum Albumende noch einmal mit Beats. Nichts wie klicken, ihr Klicker!

Imany – „Voodoo Cello“ (Universal)

Brian Setzer setzt auf Rockabilly ... auf was sonst?

Immer noch der Rebell in Jeans und Leder. Auf dem Cover von „Gotta Have the Rumble“ sitzt der zuletzt tinnitus­gepeinigte Brian Setzer mit windverwuschelter Fifties-Tolle stilecht auf einer 57er Triumph, und natürlich denkt man sofort an Brando in „Der Wilde“. Und tatsächlich singt er in „Off your Rocker“ noch als 62-Jähriger von seinen Eltern, die ihm (unterstützt von der Braut) einst den Rock ’n’ Roll ausreden wollten. Der Mann aus Long Island, der mit den 2019 wiedervereinten Stray Cats in den frühen Achtzigern mit Neo-Rockabilly der allgemeinen Synthi-Verplüschung des New Wave mit Sounds von Eddie Cochran, Chuck Berry und Gene Vincent entgegenwirkte, kann die Gitarren immer noch schlittern und twangen lassen, dass sich selbst auf Glatzen Enten­schwanz­frisuren bilden.

Dass er auch mal soundmächtig mit dem Brian Setzer Orchestra swingte, davon zeugt ein streicher­gesättigter Track wie „The Wrong Side of the Tracks“, dass er seinen Bo Diddley draufhat, kommt in „Turn you on, Turn me on“ durch, und dass auch mal der Geist von Buddy Holly in ihn fahren kann, beweist Setzer mit dem schmalzpoppigen „Drip Drop (My Tears Go Drippe-di-drop)“, dem so ziemlich einzigen Song, in dem der Protagonist mal nicht Testosteron durch die Nase bläst. Ein neuer Klassiker des Rockabilly, ein Song, den die Spatzen 2021 von den Dächern pfeifen, will ihm bei alldem indes nicht gelingen.

Brian Setzer – „Gotta Have The Rumble“ (Surfdog)

Country trifft R ’n’ B – Leah Blevins und die Brüche des Lebens

Dass einem Leah Blevins Erstlingsalbum „First Time Feeling“ so wie feinste, klassische Countrymusik vorkommt, liegt wohl zuvörderst an der Stimme. Die Stimme ist glockenhell und erinnert stark an Dolly Parton. Näher besehen hat die 31-Jährige einen weit komplexeren Sound auf Lager, was gewiss auch dem Einfluss von Koproduzent und Songwriter in eigenem Recht Paul Cauthen („Room 41“) geschuldet ist. Schon im twangenden, pulsenden Eröffnungslied „Afraid“, wo Blevins von Verfolgungs­ängsten singt, von einer Protagonistin, die auf jede Nähe mit Furcht antwortet, ist viel, viel Rhythm ’n’ Blues im Spiel. „Wir alle“, singt sie, und eine Gänsehaut zieht dabei wie eine Brise Hörers Rücken hinauf, „bezahlen dafür, etwas zu fühlen.“

„Die Erinnerungen an ihre Zwanzigerjahre“ nennt die 31-Jährige, die seit einem halben Jahrzehnt EPs veröffentlicht hat, die Liederliste ihres Debüts. Es geht zurück in ihr Familienleben („Magnolia“), hin zu den gebrochenen eigenen Beziehungen – im Titelsong etwa oder in „Beautiful Disaster“, zweien der schönsten der zehn Songs. In aufrichtigen Reimen gräbt sie in ihren Erfahrungen, nichts beschönigend und Scheitern, Scham, Aufstieg und Fall so gestaltend, dass jeder sich in ihren Liedern finden, sie aber nicht als abgefeimte Schlager abtun kann. Die Abschlussballade „Mountain“ ist von den ersten Klängen der Akustikgitarre über Matt Combs’ Fiedelsolo bis zum Verhallen des Schlusschores dann perfekter Nashville-Country. „I won’t walk without you / without you I’m gone“, singt sie. Und dann ist sie still, verschwunden. Und wieder: Gänsehaut.

Leah Blevins – „First Time Feeling“ (Crabtree/Thirty Tigers)

Bummtschacka bei Bosse – weniger ist mehr

Loslassen, verzeihen, wieder ausgehen und leben – „ab da geht alles von allein“. Wer vom Titelsong ein locker-flockiges Sommerlied erwartet, der bekommt stattdessen eine Synthiballade, eine Serenade mit Blick ins mögliche Glück – passend zu einem Sommer, der keine richtige Sonnenseite hatte. Braunschweigs Bester besingt das „Ende der Einsamkeit“, seinen geliebten „Vater“ (von dessen Fotobüchern, dem Aftershave und all den Erinnerungen an die Kindheit) und die Vergäng­lichkeit in „24/7“, worin es heißt „Ich seh uns stehen an Gräbern“ und worin er Leonard Cohens Risse in den Menschen zitiert, durch die das gute Licht in sie strömt. Dann kündet er noch in „Der letzte Tanz“ davon, das man immer erst hinterher weiß, dass man eine große Beziehung vergeigt hat. „Nix ist für immer“, weiß der 41-jährige Lebenserfahrene, „also tanz, als wärs der letzte Tanz“. Ein prächtiger Schlager.

Groß ist Bosse geworden, wohl deshalb wird alles deutlich poppiger, majestätischer. Man weiß, dass das Radio solche Bummtschacka-Rhythmen fordert – bleibt zu hoffen, dass die Wir-stören-niemanden-beim-Bügeln-Sender dann auch „Blumen über Dreck“ spielen, Bosses kritische Weltbetrachtung gegen Wurschtigkeit und Rechtsruck. Zu bevorzugen ist freilich weiterhin der akustische Bosse. Das zeigt sich in der gegenüber der Studioversion klar überlegenen akustischen Piano-&-Streicherversion von „Sunnyside“.

Bosse – „Sunnyside“ (Vertigo)

Lang, länger, Iron Maiden – die Metal-Briten lieben epische Songs

Klar, alle AC/DC-Fans der ersten Stunde hätten für alle Zeiten Alben wie das Debüt „High Voltage“ bevorzugt, alle Pink-Floyd-Die-Hardlinge auf ewig „Piper at the Gates of Dawn“-Varianten, und Iron Maiden hätten ihrer Hardcore-Gemeinde zuliebe nur noch Platten rausbringen dürfen, die so klingen wie „Killers“, das legendäre zweite Album, auf dem noch Paul D’Annio sang. Maiden freilich sind längst ganz woanders, und das ist mehr als gut so. Den Ruf, die Progressiv­rocker des Metal zu sein, untermauern sie mit der Doppeldisc (Dreifachvinyl) „Senjutsu“.

Die zehn, vornehmlich düster anmutenden Stücke des Albums, dessen Titel man unter anderem mit „Zauberkunst“ übersetzen kann, bringen es auf mehr als 80 Minuten. Vier der sieben Epen stammen dabei aus der Feder von Bassmann Steve Harris, und keiner davon erscheint als selbstgefällige Instrumenten­juckelei. In der Länge liegt also durchaus die Würze. Aber schon schön, wenn zwischendurch mal ein knackiger Singalong-Vierminüter wie „Days of Future Past“ aus den Boxen bratzt.

Im französischen Studio Guillaume Tell entstand dieses 17. Studiowerk der Briten, also schon vor der Pandemie (womit die sechs Jahre Pause zum Vorgänger gewissermaßen auf drei schrumpfen). Auf das von Bruce Dickinson mit gewohnter Alles-was-die-Lungen-hergeben-Dramatik gesungene, mächtige Schlachten­gemälde des Titelstücks und Albumöffners folgt „Stratego“ mit seinen rollenden Beats, die an Nazareths Joni-Mitchell-Cover „This Flight Tonight“ erinnern. Das größte Zauber­kunststück bleibt indes der vorab ausgekoppelte Siebenminüter „The Writing on the Wall“. Da entdecken Maiden, dass Country­gitarren plus Blues auch mal ganz schön sind, und machen sich zu Recht einen Kopf um die mit und nach dem Zweiten Weltkrieg errungenen Freiheiten der Westwelt und was daraus zu werden droht.

Iron Maiden – „Senjutsu“ (Parlophone)

30 Jahre „Black Album“ – Metallica und ihr Durchbruchswerk

Tja, und auch die Metallica-Fans trauten vor 30 Jahren ihren Ohren nicht, als „Metallica“ alias „The Black Album“ erschien und so gar nichts mehr übrig war vom mitreißenden Thrash-Metal der Alben „Ride the Lightning“ und „Master of Puppets“, von den dahinjagenden Gitarrensoli Kirk Hammetts und den rollenden Doppel­bass­trommeln von Lars Ulrich. Hammett waren die Songs zu lang geworden, für Schlagzeuger Lars Ulrich war der Sound des vorhergehenden Albums „And Justice for All …“ viel zu glatt und leblos.

So passte das fünfte, unter den Fittichen des hyperkritischen Produzenten Bob Rock eingespielte Album der Kalifornier mit seinem erdigen Rocksound und seinen klassischen Songs vorzüglich zum Grunge, der gerade unter Federführung von Nirvana und Pearl Jam seinen Aufstieg erfuhr. Und es sind ironischerweise zwei Stücke vom „Black Album“, das grungige „Enter Sandman“ und die Ballade „Nothing Else Matters“ (auf der James Hetfield so waidwund singt wie nie), die zu den Emblemen der Band wurden und ihr im Sommer 1991 die Herzen eines Massen­publikums öffneten.

In einer remasterten Geburtstags­version erscheint inzwischen das weitgehend als cool und umbewertete Schwarze jetzt auf CD und Doppelvinyl sowie als um Bonusmaterial erweiterter Dreier-CD-Set. Für diejenigen, die tiefer ins Portemonnaie greifen können, wird eine limitierte De-luxe-Box veröffentlicht, die die Doppel-LP, drei Live-LPs, eine Picture-Disc des Albums, 14 (!) CDs mit allen Rough-Mixes, Demos, pipapo enthält. Dazu kommen sechs DVDs, ein 120-seitiges Hardcoverbuch, vier laminierte Tour-Ausweise, drei Lithografien, drei Plektren, ein Metallica-Schlüsselband, ein Folder mit Textbögen sowie eine Downloadkarte. Nein, keine signierte Hammett-Gitarre und auch kein aufblasbares Schlagzeug.

Metallica – „Metallica/The Black Album“, Jubiläumsedition (Universal) – kommt am 10. September

Von Matthias Halbig/RND