Mittwoch , 28. September 2022
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Ein Schild im Kino International weist auf die 3G-Regel und die Maskenpflicht hin. Quelle: Fabian Sommer/dpa

Kinoverbandschef: müssen Menschen von Impfung überzeugen

Berlin. Angesichts steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus wird über neue Einschränkungen diskutiert. Kinobetreiber Christian Bräuer fordert dabei eine differenzierte Debatte. Der Anstieg sei besorgniserregend, sagte Bräuer am Freitag. Er ist Chef des Programmkinoverbands AG Kino. „Dass alle Möglichkeiten geprüft werden, ist nachvollziehbar.“ Was ihn störe, sei die pauschale Gleichsetzung von Innenräumen.

„Kino ist nicht gleich Bar“, sagte Bräuer. Es werde nicht berücksichtigt, ob ein Raum zum Beispiel Lüftungssysteme habe. In Kinos verhielten sich Menschen auch anders als etwa in Kneipen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat alle Bürger zu weniger Kontakten aufgerufen. Für eine stärkere Eindämmung solle etwa bei Großveranstaltungen die Personenzahl reduziert oder ein Verbot erwogen werden, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Eine konkrete Obergrenze nannte er nicht. „Wir wissen, dass insbesondere in Innenräumen sogenannte Superspreader-Events stattfinden.“ Man solle auch erwägen, in besonders belasteten Regionen Bars oder Clubs zu schließen.

„Die Impfkampagne - befürchte ich - werden wir so nicht weiter voranbringen“

Bräuer ist Geschäftsführer der Berliner Yorck Kinos. Dort hätten sie in den vergangenen Monaten viel Lob vom Publikum bekommen, weil sie etwa die Impfnachweise ordentlich kontrolliert hätten. Sie hörten oft, dass das nicht überall so sei. Das sei natürlich furchtbar, erklärte Bräuer. „Neue Maßnahmen führen nicht weiter, wenn die Umsetzung der aktuellen Regeln nicht sichergestellt ist.“

In Berlin haben an vielen Stellen ab Montag nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. Auch für Kinos gilt dann 2G. In ihren Kinos kämen ohnehin nur noch wenige Getestete, sagte Bräuer. „Die Impfkampagne - befürchte ich - werden wir so nicht weiter voranbringen.“ Die Politik müsse schauen, wie sie aufkläre und Menschen von der Impfung überzeuge, vielleicht auch mit Aufklärung in den Kinos.

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach sich dafür aus, für öffentliche Veranstaltungen das Prinzip „2G plus“ einzuführen - also Zugang nur für Geimpfte und Genesene, die zusätzlich noch einen aktuellen Test vorweisen müssen. Der Kinoverbandschef ist skeptisch - ihm bereite die Vorstellung Sorgen, sagte Bräuer. „Das würden wir massiv spüren.“ Er forderte auch, es dürfe auf keinen Fall einen neuen Lockdown geben.

RND/dpa