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Der Schauspieler Sidney Poitier. Quelle: picture alliance / picture alliance/AP/Invision

Oscargewinner Sidney Poitier mit 94 Jahren gestorben

Der legendäre Schauspieler Sidney Poitier ist tot. Er sei am Donnerstag im Alter von 94 Jahren auf den Bahamas gestorben, bestätigte der geschäftsführende Generaldirektor des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten in dem Inselstaat, Eugene Torchon-Newry. Poitier gewann als erster schwarzer Schauspieler einen Oscar für die beste Hauptrolle und schrieb Kinogeschichte, wenige Filmstars hatten auch abseits der Kinoleinwand einen solch großen gesellschaftlichen Einfluss.

Tatsächlich zog sich der Kampf gegen Rassismus in den USA wie ein roter Faden durch seine Filmkarriere. In „The Defiant Ones“ (dt. „Flucht in Ketten“) spielte er einen ausgebüxten schwarzen Häftling, der sich mit einem rassistischen weißen Mithäftling anfreundet. Im Drama „A Patch of Blue“ (dt. „Träumende Lippen“) war er der höfliche Büroangestellte, der sich in ein blindes weißes Mädchen verliebt.

Und in „Lilies of the Field“ (dt. „Lilien auf dem Felde“) verkörperte er einen Handwerker, der für eine Gruppe von Nonnen eine Kirche baut. Die Rolle brachte dem 1927 auf den Bahamas geborenen Sohn von Tomatenfarmern 1964 einen Oscar für die beste männliche Hauptrolle ein. „Ich machte Filme, als der einzige andere Schwarze auf dem Grundstück der Schuhputzerjunge war“, erinnerte sich Poitier 1988 in einem Interview des Magazins „Newsweek“. „Ich war irgendwie der einsame Typ in der Stadt.“

RND/AP