Donnerstag , 18. August 2022
Anzeige
Verkündete ihren Abschied: Yvonne Büdenhölzer, Leiterin des Theatertreffens der Berliner Festspiele. Quelle: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Theatertreffen: Leiterin hört auf – dies sind die zehn Nominierungen

Berlin. Die Leiterin des Berliner Theatertreffens, Yvonne Büdenhölzer, gibt den Posten nach dem nächsten Festival ab. Das Theatertreffen 2022 werde ihre letzte Ausgabe sein, sagte sie am Donnerstag in Berlin. „Und warum ich aufhöre? Ich habe ein sehr schönes Angebot bekommen.“ Sie werde ab 2023 einer neuen Aufgabe nachgehen - mehr dazu werde Ende Mai bekanntgegeben.

Das Theatertreffen zählt zu den renommiertesten Bühnenfestivals. Büdenhölzer leitete das Format seit 2012. Zuvor war sie bereits für den Stückemarkt des Festivals verantwortlich. Ihr Vertrag bei den Berliner Festspielen ende formal Ende Dezember 2022.

Theatertreffen soll vor Publikum stattfinden

Für das Theatertreffen werden jährlich die bemerkenswertesten Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewählt. Die nächste Ausgabe ist vom 6. bis 22. Mai geplant. Informationen zur Nachfolge Büdenhölzers sollen „voraussichtlich im Sommer“ bekanntgegeben werden, hieß es in einer Mitteilung.

Wegen der Pandemie hatte das Festival in den vergangenen zwei Jahren online stattfinden müssen. Diesmal hoffen die Veranstalter, die ausgesuchten Inszenierungen wieder vor Publikum zeigen zu können. Es soll aber auch digitale Elemente geben.

Vertreten sind in der diesjährigen Auswahl etwa Theater aus Bochum, Dresden, Mannheim, Hannover, Wien und München. Hamburg ist doppelt dabei mit „Die Ruhe“ von Signa Köstler am Deutschen Schauspielhaus und „Doughnuts“ von Toshiki Okada am Thalia Theater. Aus Berlin sind Yael Ronens „Slippery Slope“ am Maxim Gorki Theater und „All right. Good night. Ein Stück über Verschwinden und Verlust“ von Helgard Haug (Rimini Protokoll) eingeladen.

Die Frauenquote, die beim Theatertreffen gilt, sei übererfüllt worden, sagte Büdenhölzer. Demnach stammen sechs von zehn Inszenierungen von Regisseurinnen. Auffällig sei, dass bei einigen Arbeiten Musik und Choreographie eine große Rolle spielten. Das Theatertreffen gehört zu den Berliner Festspielen, die mit Matthias Pees in diesem Jahr einen neuen Intendanten bekommen.

Das sind die zehn Nominierten

Für das Berliner Theatertreffen sucht eine Jury jährlich die ihrer Meinung nach zehn bemerkenswertesten Inszenierungen aus dem deutschsprachigen Raum aus. Zum diesjährigen Festival (6. bis 22. Mai) sind eingeladen:

„All right. Good night. Ein Stück über Verschwinden und Verlust“ von Helgard Haug (Rimini Protokoll). Eine Produktion von Rimini Apparat in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer (Berlin), Volkstheater (Wien), The Factory (Manchester), Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt am Main), PACT Zollverein (Essen).

„Das neue Leben. Where do we go from here“ - frei nach Dante Alighieri, Meat Loaf und Britney Spears“. Regie Christopher Rüping / Schauspielhaus Bochum.

„Der Tartuffe oder Kapital und Ideologie“ von Soeren Voima nach Molière und nach „Kapital und Ideologie“ von Thomas Piketty. Regie Volker Lösch /Staatsschauspiel Dresden.

„Die Jungfrau von Orleans“ Romantische Tragödie nach Friedrich Schiller in einer Bearbeitung von Joanna Bednarczyk. Regie Ewelina Marciniak / Nationaltheater Mannheim.

„Die Ruhe“ Eine Performance-Installation von SIGNA Konzept. Regie Signa Köstler / Deutsches Schauspielhaus Hamburg.

„Doughnuts“ von Toshiki Okada. Regie Toshiki Okada / Thalia Theater Hamburg.

„Ein Mann seiner Klasse“ nach dem Roman von Christian Baron. Regie Lukas Holzhausen / Schauspiel Hannover.

„ humanistää! eine abschaffung der sparten“ nach Ernst Jandl. Regie Claudia Bauer / Volkstheater (Wien).

„Like Lovers Do (Memoiren der Medusa)“ von Sivan Ben Yishai. Regie und Choreografie Pınar Karabulut / Münchner Kammerspiele.

„Slippery Slope. Almost a Musical“ von Yael Ronen, Shlomi Shaban und Riah Knight, Itai Reicher. Regie Yael Ronen / Maxim Gorki Theater Berlin.