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Szene aus dem Film „Sun Children“. Quelle: MFA

Bildung ist ein Schatz: der iranische Film „Sun Children“

Der zwölfjährige Ali (Rouhollah Zamani) und seine Freunde schlagen sich in Teheran mit Gelegenheitsjobs durch, klauen Reifen von Luxusautos und begehen kleine Straftaten. Als sie ein alter Gauner (Ali Nassirian) beauftragt, einen Goldschatz zu suchen, sehen sie eine Chance, der Misere zu entkommen. Der Zugang soll unter einer Schule für Straßenkids liegen, die durch Spenden betrieben wird. Die Jungen nehmen am Unterricht teil und versuchen insgeheim, den Schatz in einem Tunnelgewirr zu finden.

Von 23 Millionen Kindern im Iran arbeiten nach Schätzungen mehr als sieben Million auf Müllkippen, in Fabriken oder auf der Straße. Die Jüngsten müssen zum Familieneinkommen beitragen und dürfen nicht lernen.

Regisseur Majid Majidi fordert die Rechte der Kinder auf Bildung ein, beschönigt nichts in dieser Mischung aus heftigem Sozialdrama und packendem Abenteuer. Durch die Augen der Jugendlichen sehen wir ihre Erschöpfung im harten Alltag, den Kampf um ein bisschen Freiheit, Momente des Glücks, aber auch ihren Mut der Verzweiflung.

Die Handkamera ist nah bei den Protagonisten, weckt Empathie und Sympathie. Majidi stellt sich in seinen Filmen nicht so offen gegen staatliche Willkür wie Berlinale-Gewinner Mohammad Rasoulof oder der zweimalige Oscarpreisträger Asghar Farhadi, doch legt er den Finger auf die Wunde. Das schwere Thema Kinderarbeit wird in diesem lohnenswerten Film abgefedert durch den Einfallsreichtum und die Scharfsinnigkeit der Kinder.

„Sun Children“, Regie: Majid Majidi mit Rouhollah Zamani und Ali Nassirian, 99 Minuten, FSK 12

Von Margret Köhler/RND