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Mitleid mit allen Dingen: Im Regiedebüt „Alles in bester Ordnung“ von Natja Brunckhorst muss sich die Sammlerin Marlen (Corinna Harfouch), deren Wohnung seit Jahren niemand betreten hat, einem Ordnungsfanatiker stellen.

Wenn Dialoge wie Pfeile fliegen – die Komödie „Alles in bester Ordnung“

Der eine liebt Minimalismus und Konsumverzicht, die andere Krimskrams bis zur Decke. Solange sich ihre Wege nicht kreuzen, ist alles gut. Nach einem Wasserschaden sitzt der IT-Experte Fynn („Tatort“-Kommissar Daniel Sträßer) erst mal auf der Straße, besser gesagt in der Tiefgarage am Laptop und quartiert sich dann unerwünscht bei seiner ziemlich kratzbürstigen Nachbarin ein, bei der es von der Decke tropft.

Eine Zicke zu spielen liegt Corinna Harfouch am besten, die in der Rolle der vereinsamten, im nostalgischen Krempel fast erstickenden Frau zur Hochform aufläuft. Wie die beiden trotz Krach und Kontroversen Freundschaft schließen, das wird in Natja Brunckhorsts Langfilmdebüt (eine Hommage an ihre Mutter) zum wohlgefälligen Kammerspiel mit zwei gegensätzlichen Menschen, die sich aneinander reiben und an ihren Lebensformen hängen: Loslassen oder Hamstern, den Moment genießen oder sich an der Vergangenheit festklammern?

Ob sie mal ein Liebespaar werden? Dieser konkrete Kitschmoment wird durch das offene Ende klug umgangen. Neben der optisch perfekten Ausstattung des Wohnlabyrinths sind die trocken-humorigen, mal giftigen Dialoge ein Genuss, die wie Pfeile mit Widerhaken zwischen ihnen hin- und herfliegen.

„Alles in bester Ordnung“, Regie: Natja Brunckhorst, mit Corinna Harfouch und Daniel Sträßer, 99 Minuten, FSK 6

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Von Margret Köhler/RND