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Gar nichts wird gut im Urlaub am Meer: Simone Timoteo und Mark Waschke in einer Szene des Films „Der menschliche Makel“. Quelle: Farbfilm

Nicht immer wird am Meer alles gut – das Familiendrama „Der menschliche Faktor“

Es sind manchmal die kleinen, die eher belanglosen Dinge, die eine scheinbar feste Ordnung zum Einsturz bringen können. „Der menschliche Faktor“ nennt Regisseur Ronny Trocker seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm, der vor einem Jahr auf der Berlinale gelaufen ist. Er erzählt auf recht ungewöhnliche Weise eine Episode aus dem Leben einer wohlhabenden Hamburger Familie.

Während die Tochter Emma (Jule Hermann) voll mit ihrer Pubertät beschäftigt ist und ihr kleiner Bruder Max (Wanja Valentin Kube) am liebsten mit seiner Ratte Zorro spielt, leiten die Eltern Jan (Mark Waschke) und Nina (Sabine Timoteo) gemeinsam eine kriselnde Werbeagentur. Ihr neuster Auftrag, eine Wahlkampagne für eine rechtspopulistische Partei, sorgt nun aber für internen Streit. Sie lehnt den lukrativen Job ab, er redet ihn sich schön.

Um den Stress zu mildern, verbringt die Familie ein Wochenende im Ferienhaus am Meer. Dort überschlagen sich die Ereignisse. Als Jan vom Einkaufen zurückkommt, hört er Schreie im Haus. Offenbar sind Einbrecher ins Haus eingedrungen und vor Nina geflohen. Der Film erzählt nun aus den unterschiedlichen Perspektiven der Familienangehörigen von dem Vorfall, auch aus der Sicht der Ratte Zorro, die übrigens als einzige die Wahrheit kennt. Ein schöner Einfall!

Dabei entwirft Trocker ein nie chronologisches Puzzle aus Eindrücken, Mutmaßungen und Unterstellungen. Der ungewöhnliche Familienfilm beweist eindrucksvoll, wie schnell Ordnung brüchig werden kann.

„Der menschliche Faktor“, Regie: Ronny Trocker, mit Mark Waschke, Sabine Timoteo, 102 Minuten, FSK 12

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Von Ernst Corinth/RND