Samstag , 26. September 2020
Musiker und Rocksänger der Rolling Stones, Mick Jagger Quelle: Joel C Ryan/Invision/AP/dpa

Künstler fürchten Image-Verlust: Musik in US-Wahlkampf nur noch mit Zustimmung

Künstler befürchten einen Image-Verlust, wenn ihre Musik in einem „politischen Umfeld“ während des US-Wahlkampfs abgespielt wird. Deswegen verlangen sie bei Nutzung ihre Musik ihre Zustimmung geben zu müssen. Das schreibt das Bündnis „Artist Rights Alliance“ in einem Brief an Republikaner und Demokraten. Unter anderem haben die Rolling Stones, Cyndi Lauper oder Elton John haben den Brief unterzeichnet.

Washington. Stars wie Mick Jagger, Keith Richards und Elton John fordern von den Parteien in den USA, ihre Musik in Wahlkampagnen nicht ohne Zustimmung zu verwenden. Sie sind Teil eines breiten Bündnisses (Artist Rights Alliance/ARA), das für die Rechte von Songwritern und Musikern kämpft. Auch Alanis Morissette, Lorde, Steven Tyler, Linkin Park, Sia, R.E.M., Blondie, Courtney Love, Cyndi Lauper, Elvis Costello, Lionel Richie und viele andere haben einen entsprechenden Brief an Gremien der Republikaner und Demokraten unterzeichnet, der am Dienstag (Ortszeit) veröffentlicht wurde.

Darin verlangen sie, dass die Parteien die Zustimmung der Künstler, Songwriter und Urheberrechtsinhaber „vor der öffentlichen Nutzung ihrer Musik in einem politischen oder kampagnenartigen Umfeld“ einholen.

”Ist es an der Zeit zu handeln”

„Wir haben erlebt, wie so viele Künstler gegen ihren Willen in die Politik gezerrt und zu aggressiven Maßnahmen gezwungen wurden, um die Verwendung ihrer Musik zu verbieten – in der Regel Lieder, die während politischer Kundgebungen ausgestrahlt oder in Wahlkampfwerbung verwendet werden“, erklärte ARA. „Das kann Fans verwirren und enttäuschen und sogar das langfristige Einkommen eines Künstlers untergraben.“

Politiker müssten die Zustimmung einholen, „bevor sie das Image und das Werk eines Künstlers oder Songschreibers ausnutzen“. Da viele Kreative Bedenken zu diesem Thema äußerten, „ist es an der Zeit zu handeln und sicherzustellen, dass unsere Stimmen gehört werden“.

Erst vor kurzem hatte der kanadische Rockstar Neil Young mitgeteilt, dass er nach der Verwendung seiner Songs bei einer Ansprache von US-Präsident Donald Trump über rechtliche Schritte nachdenke. Auch die Rolling Stones, Elton John, Ozzy Osbourne, Adele und die Familie des 2017 gestorbenen Sängers Tom Petty hatten den US-Präsidenten schon dafür kritisiert, dass er ihre Songs für Wahlkampfauftritte nutzt.

RND/dpa