Sonntag , 25. Oktober 2020
Der Berliner Christopher Street Day (CSD) wird wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr vor allem im Internet gefeiert. Quelle: Fabian Sommer/dpa

Livestream: Berliner CSD wird wegen Corona online gefeiert

Der große Christopher Street Day in Berlin wurde in der Corona-Krise abgesagt. Stattdessen gibt es am Samstag vor allem online Aktionen und Beiträge – das Motto: “Don’t hide your Pride!” In anderen Städten finden die Paraden statt.

Berlin. Am Samstag soll es von 14 Uhr bis Mitternacht in der “Mainstream” genannten Sendung Aktionen, Talks und künstlerische Beiträge geben, darunter von Rufus Wainwright, Rummelsnuff und Black Cracker. Laut Veranstalter sind etwa 30 Organisationen und Vertreter verschiedener Queer-Communities dem Aufruf für das Online-Event mit dem Motto ”Don’t hide your Pride!” gefolgt.

Livestream zum Online-CSD

Gesendet wird aus einem Livestudio nahe dem Alexanderplatz. Von Außenstandorten in Schöneberg und am Regierungsviertel soll über die Situation von Lokalen im Regenbogenkiez und von queeren Menschen in anderen Ländern berichtet werden. Ausgestrahlt wird das Programm auf Alex Berlin, auf den Social-Media-Kanälen des CSD Berlin und auf der Webseite.

CSD-Umzug wegen Corona abgesagt

Im vergangenen Jahr kam zum CSD-Umzug nach Veranstalterangaben rund eine Million Menschen. Die diesjährige CSD-Parade mit Zehntausenden Teilnehmern und diversen Partywagen hätte am 25. Juli stattfinden sollen, wurde wegen der Corona-Pandemie aber abgesagt.

Einige kleinere Demos wird es in Berlin am Wochenende aber wohl trotzdem geben. Ein “Dyke-Marsch” mit rund 1000 Teilnehmerinnen soll am Samstag um 15 Uhr am Neptunbrunnen auf dem Alexanderplatz starten und bis zum Brandenburger Tor gehen. In Kreuzberg wollen um 17.00 Uhr rund 400 Menschen mit Abstand vor dem Café Oya gegen rassistische, sexistische, homo- und transfeindliche Strukturen demonstrieren. Bei einer kleineren Ersatzveranstaltung vor vier Wochen waren etwa 3500 Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle gegen Diskriminierung auf die Straße gegangen.

CSD-Parade im Wendland findet trotz Corona wie gewohnt statt

Im Wendland startet am Samstag die bundesweit erste CSD-Parade, die dieses Jahr wie gewohnt stattfinden kann. Neu sind nur der Mund-Nasen-Schutz und die Abstandsregeln, zu denen die von den Organisatoren erwarteten rund 300 Teilnehmer verpflichtet sind. So viele Menschen hatten sich auch in den vergangenen Jahren dem bunten Demonstrationszug angeschlossen. Am Samstag (14 Uhr) soll er sich in Waddeweitz unter dem Motto “Aufstehen gegen Hass und Diskriminierung!” über mehrere Dörfer und eine Bundesstraße in Bewegung setzen. “Wir haben das Glück: Wir sind nicht von Häuserschluchten eingeengt wie in großen Städten, wir könne uns verteilen”, sagte Mitorganisator Carsten Krüger.

Mit den Christopher Street Days wird an Ereignisse Ende Juni 1969 in New York erinnert: Polizisten stürmten damals in Manhattan die Bar “Stonewall Inn” in der Christopher Street und lösten einen Aufstand von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen gegen die Willkür aus.

RND/dpa/seb