Samstag , 26. September 2020
Im Horrorfilm “The Vigil” mehren sich die Zeichen, dass der Tote jedoch gar nicht tot ist. Quelle: -/Wild Bunch Germany/dpa

Horrorfilm “The Vigil”: Die Nacht ist voller Schrecken

Eine chassidische Totenwache wird durch einen Dämon zum wahren Albtraum:

Totenwache ist Ehrensache und – nüchtern betrachtet – etwas Altmodisches, aber nichts Unheimliches. Der Tote ist tot, die Zeit des Dienstes verstreicht, danach wird der Bewachte bestattet, und der Wächter macht was anderes. Vielleicht ist der Job nicht zu empfehlen für Menschen mit wilder Fantasie. Oder für die, die zu viele Horrorfilme gesehen haben.

In Horrorfilmen läuft das nämlich anders. Es mehren sich da schon bald die Zeichen, dass der Tote nicht tot ist – im besten Fall scheintot, im nicht ganz so guten Fall untot. Yavoc (Dave Davis), ein chassidischer Jude, der vom rechten Glauben abgekommen ist, wird von seinem Rabbiner dafür bezahlt, dass er ein verstorbenes Gemeindemitglied bewacht und vor bösen Geistern beschützt. Weil im Leichnam schon ein Dämon lauert, der einen neuen Wirt sucht, wird der Job unangenehm.

“The Vigil”, ein “jüdischer Horrorfilm”, ist reich an Schrecken. Wie oft im Genre ist das Finale nicht bezwingend, der Weg dorthin aber schon. Regisseur Keith Thomas, Kameramann Zach Kuperstein und Komponist Michael Yezerski nehmen uns mit auf diesen Weg. Und am Ende fühlen wir uns auch ziemlich mitgenommen.

“The Vigil”, Regie: Keith Thomas, mit Dave Davis, Menasche Lustig, 88 Minuten, FSK 16

Von Matthias Halbig/RND