Samstag , 26. September 2020
Donald Trump hat es sich mit den Musikern Neil Young (links) und Mick Jagger (rechts) verscherzt. Quelle: dpa/AP/Montage

Rolling Stones, Neil Young und Co.: Diese Stars wollen nicht, dass Trump ihre Musik nutzt

US-Präsident Donald Trump sorgt mit seinen Wahlkampfauftritten regelmäßig für Wirbel. Vor allem die Songauswahl, mit denen er seine Acts untermalt, stößt vielen Musikern sauer auf. Die Rolling Stones etwa wollen Trump nun notfalls mit Anwälten davon abhalten, dass er weiterhin ohne ihre Zustimmung ihre Hits abspielen lässt.

Donald Trump ist bekannt für seine provokanten Thesen und bizarren Reden. Bei seinen Wahlkampfauftritten geht es ihm zumeist darum, die Menschen mit seltsamen Behauptungen auf seine Seite zu ziehen. Musikalisch lässt er seine Auftritte gern mit Songs der Rolling Stones, Neil Young oder auch mit Hits des bereits verstorbenen Musikers Tom Petty untermalen. Schön und gut – nur tat Trump dies, ohne eine Genehmigung dafür zu haben.

Die Stones drohen Trump mit rechtlichen Schritten

Die Künstler sind gar nicht damit einverstanden, dass ihre Songs mit dem amtierenden US-Präsidenten in Verbindung gebracht werden. Die Stones drohen Trump wegen der unerlaubten Nutzung ihrer Musik sogar mit rechtlichen Schritten. Der 74-Jährige solle davon abgehalten werden, die Musik der Gruppe bei seinen Wahlkampfveranstaltungen zu spielen, teilte die Band mit. Ein Team von Anwälten arbeitet dafür mit der US-amerikanischen Gesellschaft zur Wahrung von Urheberrechten (BMI) zusammen. Laut BMI verfüge die Trump-Kampagne zwar über eine Lizenz, die die öffentliche Aufführung von mehr als 15 Millionen Musikwerken für seine Veranstaltungen genehmige. Laut “Deadline” gebe es jedoch Bestimmungen, dass das BMI bestimmte Musikwerke von der Lizenz ausschließen kann. Darunter fällt auch der Widerspruch eines Songwriters oder der Musikgruppe. Einen solchen Widerspruch sollen die Stones an das BMI gerichtet haben.

Bereits 2016 hatte Trump sich von seinen Anhängern unter der Untermalung des Songs “You Can’t Always Get What You Want” abfeiern lassen – und auch damals echauffierten sich die Bandmitglieder darüber. Zuletzt ließ er das Lied wieder spielen. “Es könnte das letzte Mal gewesen sein”, hieß es in einer Stones-Mitteilung.

In Tulsa (Oklahoma) benutzte Trump das Lied “I Won’t Back Down” des verstorbenen Rockstars Tom Petty für seinen Wahlkampfauftakt. Pettys Familie fand dies gar nicht witzig. “Tom Petty hätte nie gewollt, dass einer seiner Songs für eine Hasskampagne genutzt wird”, teilten die Angehörigen in ihrem Statement mit. Weiter heißt es, der Kandidat der Republikaner habe “in keiner Weise die Erlaubnis gehabt, den Song für eine Kampagne zu nutzen, die viel zu viele Amerikaner und den gesunden Menschenverstand zurücklässt. Sowohl der verstorbene Tom Petty als auch seine Familie stehen gegen Rassismus und Diskriminierung jeder Art.”

Neil Young echauffiert sich über Trump-Auftritt an den Black Hills

Auch bei seiner Rede am Unabhängigkeitstag am 4. Juli zog Trump den Zorn eines Musikers auf sich. Der Präsident ließ die Titel “Rockin’ in the Free World”, “Like a Hurricane” und “Cowgirl in the Sand” von Rockmusiker Neil Young am Nationaldenkmal Black Hills im US-Bundesstaat South Dakota spielen. “Ich bin damit NICHT einverstanden”, kommentierte Young die Aktion Trumps und ergänzte: “Ich stehe in Verbundenheit mit den Lakota Sioux und das ist NICHT okay für mich.” Hintergrund: Die Black Hills sind Teil der Ländereien, die im Jahr 1868 vom US-Senat den Stämmen der Sioux übertragen wurden. Dieses Abkommen wurde jedoch nie eingehalten.

Auch die US-amerikanischen Künstler Rihanna und Pharrell Williams verboten Trump bereits öffentlich, ihre Musik für seine Auftritte zu benutzen. Trump hat sich mit seinen Aktionen in den USA bereits viele Feinde gemacht. Auch mit einigen Musikern hat er es sich mit seinen Egotrips scheinbar komplett verscherzt.

RND

 

 

Von Jan Jüttner/RND