Sonntag , 27. September 2020
Eines besten Freundes Freund: Fabrice Luchini (hier beim Filmfest von Venedig) spielt in der Tragikomödie “Das Beste kommt noch”. Quelle: dpa

Im Kino: Tragikomödie “Das Beste kommt noch”

Zwei ungleiche Freunde befinden sich in “Das Beste kommt noch” (Kinostart am 9. Juli) auf dem Weg in die Traurigkeit. Der eine ist unheilbar krank, glaubt dasselbe aber vom anderen. Fabrice Luchini und Patrick Bruel spielen groß auf, allein leidet der Film unter seiner unglaubwürdigen Prämisse.

Arthur (Fabrice Luchini) und César (Patrick Bruel) halten seit Schulzeiten zusammen wie Pech und Schwefel, obwohl ihre Temperamente sehr verschieden sind. Der introvertierte Medizinprofessor Arthur lebt zurückgezogen und trauert immer noch seiner Ex-Frau hinterher.

César hingegen gibt auch mit Ende vierzig immer noch den Draufgänger. Ein Zufall, wie ihn sich nur Drehbuchautoren ausdenken können, führt dazu, dass Arthur von Césars schwerer Krebserkrankung erfährt, von der dieser noch nichts ahnt. Arthurs Versuch, dem Freund schonend beizubringen, dass er nur noch ein halbes Jahr zu leben hat, scheitert kläglich in nervösen Verhaspelungen. Am Ende ist César davon überzeugt, dass nicht er, sondern Arthur sterbenskrank ist, womit die Gleise für eine Verwechslungskomödie der tragischen Art verlegt sind.

Der Film verläuft in tragikomischen Wellenbewegungen

Die Regisseure Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière (“Mama gegen Papa”) balancieren in “Das Beste kommt noch” Amüsement und Sentiment sorgfältig aus, sodass sich die Geschichte in sanften, tragikomischen Wellenbewegungen auf ihr unvermeidliches Ende zubewegt.

Auch wenn Luchini und Bruel als komödiantisches Gegensatzpaar gut funktionieren, bleibt die unglaubwürdige Grundprämisse das Hauptproblem des Films, der das Konzept verzögerter Wahrheitsverkündung in zwei Kinostunden deutlich überstrapaziert.

“Das Beste kommt noch”, Regie: Matthieu Delaporte, Alexan­dre de La Patellière, mit Fabrice Luchini, Patrick Bruel, 117 Minuten, FSK.: o. A., ab 9. Juli im Kino

 

Von Martin Schwickert/RND