Sonntag , 1. November 2020
Immer noch gut für einen Nummer-Eins-Hit: Die frischgebackenen Charts-Topper The Rolling Stones - gegründet 1962 (v. l. Ronnie Wood, Mick Jagger, Charlie Watts, Keith Richards). Quelle: Carsten Rehder/dpa

Rolling Stones – Erste deutsche Nummer Eins seit 52 Jahren

Nach dem Erscheinen von CD- und Vinyl-Format führen die Rolling Stones mit dem Corona-Song „Living in A Ghosttown“ zum ersten Mal seit 1968 die deutschen Charts an. Als der Song im Mai rein digital erschien, hatte er es bis auf Platz 22 geschafft. Mit Spannung wird nun das Ergebnis in England und den USA erwartet.

In den Offiziellen Deutschen Charts, ermittelt von GfK Entertainment, ist die Zeit der Legenden angebrochen. Nachdem Bob Dylan vor sieben Tagen erstmals in seiner Karriere die Hitliste anführte, feiern The Rolling Stones jetzt die erste Nummer-eins-Single seit 1968. Beflügelt durch die Veröffentlichung neuer Vinyl- und CD-Versionen springt ihr Song “Living In A Ghost Town” am heutigen Freitag (3. Juli) direkt an die Spitze der Top 100. Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ronnie Wood stellen damit gleich zwei Rekorde auf: Sie sind nicht nur die ältesten Künstler, die jemals auf dem Thron der deutschen Single-Hitliste saßen, sondern verzeichnen auch die größte Spanne (52 Jahre) zwischen zwei Nummer-eins-Hits.

Der erste Chartstopper ist der Stones-Beitrag zur Corona-Krise

1968 stand der Stones-Rocker “Jumping Jack Flash” an der deutschen Pole Position. Die letzte Begegnung der Stones mit den deutschen Top Ten war 1973 die Ballade “Angie”. Ihr Disco-Hit “Miss You” schaffte 1978 nur Platz 12.

“Living in a Ghosttown” ist der Beitrag der Rolling Stones zur Corona-Krise. Das bereits vor Jahresfrist in Los Angeles entstandene Stück, Teil der Aufnahmen zu dem im langen Anlauf befindlichen neuen Rolling-Stones-Album, musste nur noch ein wenig auf die aktuelle Situation hin konkretisiert werden: “You can search for me/ I had to go underground / Life was so beautiful / Then we all got locked down/ Feel like a ghost / Living in a ghost town, yeah”, singt Mick Jagger in dem Dub-Rock-Stück. “Das Leben war schön / dann kamen wir unter den Lockdown”.

Beim digitalen Start schaffte “Ghosttown” Platz 22

Als “Living in a Ghosttown” Anfang Mai in rein digitaler Form erstmals veröffentlicht wurde, hatte es schon einmal Chartsberührung gegeben: Die Stones landeten auf Platz 22, in England stiegen sie bis auf Platz 53, in den USA verfehlten sie die Billboard Hot 100. Mit Spannung wird nun das zweite Ergebnis in diesen beiden Ländern erwartet.

Sonst in den deutschen Singlecharts? Die südkoreanische Girlband Blackpink stellte mit ihrem aktuellen Track “How You Like That” unlängst einen Bestwert für das weltweit meistgesehene YouTube-Video binnen 24 Stunden auf. In den Hitparaden reicht es nur für Platz 66. Die höchsten New Entries legen die Hip-Hop-Nummern “XXL” (Miksu/Macloud, Summer Cem & Luciano feat. Jamule, zwei) und “Ayo Technology” (Kynda Gray & Rin, sieben) hin. Jawsh 685 & Jason Derulo schieben ihren Sommerhit-Kandidaten “Savage Love (Laxed – Siren Beat)” derweil von sechs auf drei.

Bei den Alben führt Depeche Mode, Dylan auf Platz 5

Das Album-Ranking wird ebenfalls von einer Kultband dominiert, und zwar von Depeche Mode. “Spirits In The Forest”, eine Mischung aus Dokumentation und Konzertmitschnitt, stellt die elfte Nummer-eins-LP der Synthie-Pop-Pioniere dar. Der separat erhältliche “Live Spirits Soundtrack” debütiert zusätzlich auf 23.

Rockmusik in all ihren Facetten haben die nächsten Top-Acts mitgebracht: Die Toten Hosen erobern mit der Vinyl-Jubiläumsedition ihres 1990er-Werks “Auf dem Kreuzzug ins Glück” den vierten Platz. Vorwochensieger Bob Dylan ist mit seinem Meisterwerk “Rough And Rowdy Ways” auf Platz 5 gerutscht.

Die Top 100 der Offiziellen Deutschen Single- und Album-Charts werden freitags ab 18 Uhr www.mtv.de veröffentlicht. Die Offiziellen Deutschen Charts werden von GfK Entertainment ermittelt. Sie decken 90 Prozent aller Musikverkäufe ab und sind das zentrale Erfolgsbarometer für Industrie, Medien und Musikfans. Basis der Hitlisten sind die Verkaufs- bzw. Nutzungsdaten von 2800 Einzelhändlern sämtlicher Absatzwege. Dazu zählen der stationäre Handel, E-Commerce-Anbieter, Download-Portale und Musik-Streaming-Plattformen.

RND/GfK/big