Das Cover des neuen "Lucky Luke" zeigt den Kult-Cowboy, der erstmals gemeinsam mit einem schwarzen Sheriff ermittelt. Quelle: © 2020 Lucky Comics/Egmont Ehapa Media

Deutscher Titel für den neuen “Lucky Luke” steht fest

Erstmals wird im Kult-Comic "Lucky Luke" ein schwarzer Sheriff ermitteln. Das hatte Autor Jul schon vor wenigen Tagen erzählt. Jetzt hat der Verlag auch den deutschen Titel verraten und das Cover veröffentlicht.

In Band 99 zieht es den einsamen Cowboy Lucky Luke erstmals in die Südstaaten. Tief im Bundesstaat Louisiana erbt der Mann, “der schneller zieht als sein Schatten”, eine Baumwollplantage. Als er dorthin kommt, muss er feststellen, dass die Angestellten seiner Plantage von den weißen Farmern terrorisiert werden. Lucky Luke aber will sein Erbe unter den schwarzen Farmern der Region verteilen. Das führt vor Ort zu großen Problemen, aber bei seinem Kampf erhält der Cowboy sogar Unterstützung von seinen Erzgegnern, den Daltons.

Erstmals ermittelt ein schwarzer Sheriff

Das Besondere an diesem im Oktober erscheinenden Band - das hatte Autor Jul bereits am Mittwoch gegenüber Radio France verraten - ist, dass erstmals in der mehr als 70-jährigen Geschichte der Comicreihe ein Schwarzer mehr als nur eine unbedeutende Nebenrolle spielt. Lucky Luke trifft in Louisiana auf einen dunkelhäutigen Sheriff. Die Figur hat einen authentischen Charakter als Vorbild: Bass Reeves war der erste afroamerikanische Sheriff westlich des Mississippi in der Geschichte der USA. Er lebte von 1838 bis 1910 und wirkte vornehmlich in Arkansas und dem Oklahoma-Territorium. Es heißt, er habe während seiner langen Karriere mehr als 3000 Verbrecher verhaftet.

Der Name des neuen Albums erinnert an eine berühmte Fernsehserie

Nachdem der französische Verlag bereits am Mittwoch Cover und Titel verraten hat, zieht heute nun der deutsche Verlag Egmont Ehapa nach: Das neue Album heißt “Fackeln im Baumwollfeld”. Damit spielt der Titel auf die in der Achtzigerjahren ungemein beliebte Fernsehserie “Fackeln im Sturm” an, die genauso wie die Lucky-Luke-Geschichten im und kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg spielt. Das Cover des neuen Bandes zeigt Lucky Luke und den schwarzen Sheriff in einem Baumwollfeld, im Hintergrund stehen Mitglieder der Ku Klux Klans, die die beiden Helden bekämpfen müssen.

Dass dieser Band in Zeiten der heftigen weltweiten Proteste gegen Rassismus und die Unterdrückung der Schwarzen nach dem gewaltsamen Tod des US-Amerikaners George Floyd angekündigt wird, klingt wie ein geschickter Marketingschachzug. Doch Jul und Zeichner Achdé, die mit “Fackeln im Baumwollfeld” den dritten gemeinsamen Band in Nachfolge des legendären Lucky-Erfinders Morris veröffentlichen werden, arbeiten bereits seit vier Jahren an dem Album. Für ihn seien Themen wie Sklaverei und Unterdrückung der Schwarzen nicht nur durch die momentanen Proteste aktuell, sondern schon immer wichtig, sagte Jul “Radio France”. “Das grundlegende Problem der Sklaverei unmittelbar nach dem Bürgerkrieg und der Rassentrennung hat die Vereinigten Staaten, einschließlich des Wilden Westens, auf gigantische Weise geprägt”, sagte Jul weiter. Da habe es nahegelegen, sich dem Thema auch in den Abenteuern von Lucky Luke zu nähern. Das 48 Seiten starke 99. Lucky-Luke-Album wird am 29. Oktober erscheinen.

 

Von Kristian Teetz/RND