Donnerstag , 24. September 2020
Intendant Claus Peymann Quelle: picture alliance / Jörg Carstens

Claus Peymann überlebt Hirnhautentzündung: “Es ging um Leben und Tod”

Der Theaterregisseur ist dem Tod von der Schippe gesprungen: Er lag monatelang auf der Intensivstation eines Wiener Krankenhauses und kämpfte wegen einer Hirnhautentzündung um sein Leben. Nach einem langsamen Wiederaufbau ist der 83-Jährige jetzt wieder auf den Beinen.

Nach einem Zusammenbruch im Februar 2019 lag Claus Peymann monatelang auf der Intensivstation eines Wiener Krankenhauses. Ein Herpesvirus hatte sein Gehirn angegriffen und eine Hirnhautentzündung ausgelöst. Das erzählte er dem österreichischen Nachrichtenmedium “News” im Interview. Nun ist der 83-Jährige wieder auf den Beinen und inszeniert im Josefstädter Theater Thomas Bernhards Dramolette.

Grund für den Zusammenbruch war eine Hirnhautentzündung

Drei Wochen vor der Premiere der “Stühle” im Akademietheater, der kleinen Spielstätte des Wiener Burgtheaters, war Claus Peymann zusammengebrochen. “Ich war ohne Besinnung und erinnere mich an nichts.” Zwei Kollegen hätten die Inszenierung des Stücks beendet – mit Erfolg. “Ich höre, dass es die erfolgreichste Aufführung aus der Ära Kusej ist – es ist immer ausverkauft”, so Peymann.

Der Grund für Peymanns Zusammenbruch sei ein Herpesvirus gewesen, das wir alle in uns tragen. Es habe sich “zum Schrecken der Ärzte in den Kopf verkrochen und eine Gehirnhautentzündung verursacht, die mich zu einem monatelangen Aufenthalt in der Intensivstation des AKH gezwungen hat”, schilderte der Theaterregisseur “News”. Die Ärzte seien erstklassig, doch die Aussichten auf Genesung schlecht gewesen.

Vier von fünf Patienten überleben das Stadium normalerweise nicht

“Man sagte mir, dass das Stadium, das ich erreicht hatte, vier von fünf Patienten nicht überleben. Dass ich der eine war, versteht sich von selbst”, so Peymann. Wer Wien überlebe, der überlebe auch jedes Virus. Und doch ging es um Leben und Tod, betonte der gebürtige Bremer. “Ich war sieben Monate außer Gefecht, und dann begann erst der Wiederaufbau. Meine Muskeln waren derart dezimiert, dass ich wieder gehen lernen musste.”

Peymann wurde 1937 in Bremen geboren und ist der wohl einflussreichste Theaterregisseur Deutschlands. Nachdem er in Stuttgart, Bochum und Wien gearbeitet hatte, kam er 1999 nach Berlin. Dort blieb er bis zum Jahr 2017. Claus Peymann wurde mehrmals für seine Arbeit ausgezeichnet, unter anderem mit dem Theaterpreis Berlin und der Ehrenmitgliedschaft des Wiener Burgtheaters.

RND/lvc