Donnerstag , 24. September 2020

Erst 3000 von 13.000 Tickets für umstrittenes Konzert in Düsseldorf verkauft

Das in Düsseldorf geplante Konzert mit 13.000 Zuschauern ist längst zum Politikum geworden. Doch wollen am 4. September überhaupt so viele Besucher in die Arena kommen? Bislang sind jedenfalls noch jede Menge Tickets erhältlich.

Düsseldorf. Für das umstrittene Großkonzert in der Arena in Düsseldorf sind bis Mittwochnachmittag rund 3000 Tickets verkauft worden. Das teilte der Veranstalter “Live Nation” auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) mit. Eine Sprecherin nannte die Zahl “in Anbetracht der Situation ein gutes Ergebnis”. Für das “Give Live A Chance”-Konzert mit Bryan Adams, Sarah Connor und The BossHoss sind 13.000 Karten verfügbar. Die Sprecherin wies darauf hin, dass der Kauf eines Tickets “aufgrund der Registrierungen eine wesentlich längere Zeit” beanspruche.

Zuvor hatte der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) das Großkonzert erneut verteidigt. Gemessen am Alltag in der Großstadt “ etwa in Freibädern oder im Freien in der Stadt “ sei das Corona-Infektionsrisiko bei dem Konzert angesichts der getroffenen Vorkehrungen “sehr, sehr gering”, sagte Geisel am Mittwoch bei WDR5. Das Hygienekonzept für das am 4. September geplante Konzert sei gründlich geprüft worden. Die einschlägigen Anforderungen würden teilweise sogar deutlich übererfüllt. “Vor dem Hintergrund gab es keinen Anlass, die Veranstaltung zu untersagen”, sagte Geisel.

Land hat rechtliche Zweifel am Konzert

Die Stadt Düsseldorf hatte das Hygienekonzept abgesegnet. Das Landesgesundheitsministerium ließ es sich allerdings nachträglich zur Prüfung schicken. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte bereits am Freitag heftige Kritik geübt und rechtliche Zweifel angemeldet. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nannte das Konzert im Düsseldorfer Fußballstadion “kein gutes Signal” in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. Das Kabinett beriet am Dienstag über die rechtliche Lage, eine Entscheidung über eine eventuelle Absage gab es aber zunächst nicht.

Laut “Live Nation” werden erworbene Tickets bei einer coronabedingten Absage durch die Behörden in voller Höhe inklusive Vorverkaufsgebühr zurückerstattet.

RND/al/seb