"Die Zertrennlichen": Junge Liebe auf dem Prüfstand

Romain (Richard Erben) und Sabah (Berna Celebi) haben viel Spaß miteinander. (Foto: t&w)

Romain (Richard Erben) und Sabah (Berna Celebi) haben viel Spaß miteinander. (Foto: t&w)

Lüneburg. "Die Direktheit ist im Kinder- und Jugendtheater noch mal eine ganz andere, da kannst du dich nicht verstecken", stellt Jochen Strauch fest. Er inszeniert und probt derzeit das Schauspiel "Die Zertrennlichen" am Theater Lüneburg, das Freitag, 28. Oktober, um 18 Uhr Premiere im T.3 feiert.

Der Regisseur weiß aus seiner Erfahrung, die er im Bereich Kinder- und Jugendtheater machte: "Wenn sich jemand im Zuschauerraum langweilt, bekommst du das sofort mit. Je jünger die Zuschauer, desto deutlicher das Feedback."

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Regisseur liebt es, für junges Publikum zu inszenieren

Der gebürtige Aachener inszenierte unter anderem am GRIPS Theater, erhielt 2019 für "Dschabber", ebenfalls eine interkulturelle Girl-meets-Boy-Geschichte, den Berliner IKARUS.

Er liebe es, für junges Publikum zu inszenieren: "Wir bieten jungen Menschen ein Handwerkszeug an, sich mit der Welt auseinanderzusetzen. Theater ist – anders als Film – ein Medium, das man sich im Kopf selbst zusammenbauen muss. Im besten Fall erleben die jungen Zuschauer etwas, das hilft, die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit von Welt zu erfassen."

Seit 2017 als freier Regisseur tätig

Jochen Strauch ist gelernter Theaterregisseur. Seine ersten Engagements führten ihn vom Schauspiel Köln über die Münchner Kammerspiele ans Deutsche Schauspielhaus Hamburg, wo er bis 2002 als Dramaturg und Regisseur arbeitete und in ersten Stücken die Idee vom Jungen Schauspielhaus etablierte.

Mit dem Studienabschluss als Executive Master in Arts Administration in der Tasche wechselte er auf die leitende Seite des Theaterbetriebs: Kommunikationsexperte am Thalia Theater Hamburg. Seit 2017 arbeitet Jochen Strauch wieder als freier Regisseur, was ihn nun ans Theater Lüneburg führte.

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Für junge Menschen ab zehn Jahren

"Die Zertrennlichen" ein Schauspiel des Franzosen Fabrice Melquiot, richtet sich an junge Menschen ab zehn Jahren. Melquiot gewann damit 2018 in Frankreich den Grand Prix de Littérature dramatique Jeunesse sowie den Deutschen Kindertheaterpreis. „Für mich ist das ein Stück über Annäherung, über eine erste Liebe ganz junger Menschen aus unterschiedlichen Welten – in Zeiten von Rassismus und Umbruch“, erläutert Strauch den Inhalt.

Im Zentrum stehen Sabah und Romain. Sie wohnen vis-à-vis, gehen auf dieselbe Schule, kommen jedoch aus völlig verschiedenen Welten. Sabahs Familie stammt aus Algerien, ist lebhaft und warmherzig, Romains Eltern sind so mit sich selbst beschäftigt, dass das Kind sich oft selbst überlassen bleibt. Mit der Zeit werden die beiden für eine Weile unzertrennlich. Doch ihren Eltern passt diese Freundschaft nicht. Vorurteile und Alltagsrassismus der Erwachsenen spitzen sich zu, bis es zur Trennung kommt.

Rassismus und Klassismus im Mittelpunkt

Manch einer fühlt sich an Romeo und Julia erinnert. Melquiot gelinge es, sich auf eine aufregende Weise mit Themen wie Rassismus und Klassismus auseinanderzusetzen. Und zu zeigen, wie sich das auf das Leben der Kinder auswirke, erklärt Strauch. Denn Romain ist der Sohn von Rassisten und Sabah ein Migrantenkind.

Besonders reizen Strauch an dem Stück die erzählerischen Gegensätze: "Auf der einen Seite hat man ein wirklich brachiales Umfeld. Gleichzeitig wird die Geschichte mit einer kraftvollen Poesie gezeichnet. Das ist großartig und erzählt, dass Poesie auch Widerstandskraft geben kann. Du kannst in der krassesten Welt überleben, wenn du jemanden hast, mit dem du eine Fantasiewelt teilen kannst. Das macht resilient."

Bühnenbild bietet Platz zum Träumen

Passend dazu habe Ausstatterin Sigi Colpe ein Bühnenbild geschaffen, das sich der Poesie öffnet und Platz zum Träumen lässt. Auf der Bühne sind in den Hauptrollen Berna Celebi und Richard Erben zu erleben.

Neben schon sehr gut gebuchten Schulvorstellungen (z.B. am 3. und 11. November) gibt es Familienvorstellungen am 12. und 19. November um jeweils 18 Uhr.

Von Dietlinde Terjung

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