Samstag , 26. September 2020
Benno Fabricius ist noch immer zuversichtlich, dass es einen großen Weihnachtsmarkt geben wird. (Foto: A/t&w)

Wenn Glühwein, dann mit Abstand

Lüneburg. Wird es in diesem Jahr trotz Corona einen Weihnachtsmarkt geben? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Obwohl Bund und Länder gerade neue Corona-Leitlinien beschlossen haben, tappen Stadt und Marktbetreiber weiter im Dunkeln. Denn eine Entscheidung zu Weihnachtsmärkten wurde seitens der Politik zunächst vertagt.

„Die Zeit drängt“, mahnt Benno Fabricius, Vorsitzender des Lüneburger Schaustellerverbands, gegenüber der LZ. Denn nicht nur die Schausteller und Marktbetreiber stünden in den Startlöchern, auch Handel und Gastronomie brauchten Gewissheit für das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft. Einfach abwarten und nichts tun, komme für ihn dennoch nicht in Betracht: „Wir bereiten uns vor“. Es gebe dazu einen engen Austausch mit der Stadt. Und weil Weihnachtsmärkte als „Spezialmärkte“ deklariert seien, würden hierfür andere Regeln gelten als bei Großveranstaltungen.

Deshalb soll der Weihnachtsmarkt auch stattfinden, „da sind sich alle Beteiligten einig“, versichert Fabricius. An einem Hygienekonzept werde bereits gearbeitet. Klar sei aber: „Den Markt wird es so, wie wir ihn kennen, in diesem Jahr nicht geben.“ Ein kuscheliges Zusammensein in den engen Buden der Glühweinstände, „das wird es nicht geben“, sagt Fabricius. Die Heißgetränke dürften nur noch im Außenbereich angeboten werden. Weniger Stände aber soll es deswegen auf dem Marktplatz nicht geben. Vielmehr würden diese so platziert, dass Abstandsvorgaben eingehalten werden können. Dies gelte auch für den Sand und in den Fußgängerzonen.

Aus der Stadtverwaltung kommen verhaltenere Töne: „Es sind noch viele Fragen offen“, sagt Pressesprecherin Suzanne Moenck. Gegenwärtig würden zwar verschiedene Szenarien durchgespielt. Doch selbst wenn die eine oder andere Variante greife, „heißt das noch lange nicht, dass es für alle Beteiligten letztlich auch sinnvoll und wirtschaftlich ist“.

Der Wunsch nach weihnachtlichem Flair und eigenen Glühweinmärkten sei auch seitens der Gastronomie groß, weiß Lars Werkmeister. Aber auch hier werde letztlich geschaut, was unter Corona möglich ist, „der Aufwand ist jedenfalls riesengroß“, sagt der Chef der Lüneburg Marketing GmbH. „Entscheidend wird sein, dass eine Lösung gefunden wird, die den Gästen die beliebte weihnachtliche Stimmung bietet.“

Düster sieht es aus für Fans von Live-Musik. Werkmeister: „Die Nacht der Clubs wird wohl 2020 nicht stattfinden.“

Von Ulf Stüwe