Samstag , 31. Oktober 2020
Jörg Verges (l.) und Thomas Baas vom Vorstand der DLRG-Ortsgruppe Adendorf-Scharnebeck überzeugen sich vom Fortschritt der Bauarbeiten. Foto: Michael Behns

Mit viel Geduld und Spucke

Adendorf. Ganz viel Geduld müssen die Mitglieder der Ortsgruppe Adendorf-Scharnebeck der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) haben, wenn es um den Bau ihrer Fahrzeughalle an der Adendorfer Daimlerstraße geht. In dieser Woche sind die Arbeiten dort einen großen Schritt vorangekommen.

Curtis Freudenthal, Kranführer bei Anker Kräne in Lüneburg, ist der Mann, der mit viel Fingerspitzengefühl Dutzende von Stützen, Bindern und Druckrohren anhebt und in die richtige Position bringt. Dabei muss er in Adendorf besonders aufpassen: Direkt über der künftigen DLRG-Fahrzeughalle führt eine Starkstromleitung entlang.

„Deshalb ist am Kran auch eine Höhenbegrenzung auf 18 Meter eingestellt“, erklärt er. Für den Einbau der Stahlteile sind dann Andreas Kanies und Tobias Scheer von der Firma Malessa aus Vahlde bei Rotenburg zuständig. Insgesamt 20 Tonnen Stahl werden seit Montag gehoben und installiert.

Die Geschichte der DLRG-Fahrzeughalle reicht lange zurück: Vor knapp zehn Jahren gab es erste Überlegungen, Ende 2014 stellten die Verantwortlichen ihr Projekt der Öffentlichkeit vor, im Herbst 2017 lag die Baugenehmigung vor. Im Mai 2018 war Grundsteinlegung. Ende 2018 wurde der zweistöckige Neubau im Rohbau fertig, in dem später Sanitär- und Umkleideräume, ein Büro und ein Raum, in dem Neoprenanzüge getrocknet werden können, Platz finden sollen. Dieser Bau wird später von der Hallenkonstruktion komplett umschlossen sein.

Die DLRGler haben noch viel mehr Aufgaben

Wie wichtig die Arbeit der Mitglieder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ist, zeigte sich einmal mehr in diesem und im vergangenen Sommer, als Rettungsschwimmer der Ortsgruppe Adendorf-Scharnebeck am Inselsee insgesamt vier Kinder vor dem Ertrinken retteten. Aber die DLRGler haben noch viel mehr Aufgaben: Wenn auf einem Gewässer rund um Lüneburg Not am Mann ist, sind sie zur Stelle, sie sorgen für Sicherheit am Inselsee und im Adendorfer Freibad, Jahr für Jahr bringen sie zahlreichen Kindern das Schwimmen bei.

Seit vielen Jahren träumen die Lebensretter der DLRG davon, ihre Fahrzeuge zentral unterzubringen, um in Notfällen schneller einsatzbereit zu sein. Jörg Verges, stellvertretender Vorsitzender der Ortsgruppe und verantwortlich für das Bauprojekt: „Zurzeit werden unsere drei Fahrzeuge, zwei Boote und die dazu gehörigen Trailer an vier verschiedenen Orten gelagert.“

Die Kosten für die Fahrzeughalle wurden zunächst auf 350.000 Euro geschätzt. „Mittlerweile sind wir bei 420.000 Euro“, sagt Verges. Großes Ziel der DLRGler mit ihrer 700 Mitglieder umfassenden Ortsgruppe: Sie wollen ihr Projekt ohne Kredite stemmen. Ein großer Anteil an Eigenmitteln steckt so in dem Bau, dazu kommen Zuschüsse, etwa vom Landkreis, von Gemeinden, von Sparkasse und Sparkassenstiftung, Firmen und Privatleuten. Verges: „Und die Gemeinde Adendorf hat das Grundstück für eine symbolische Erbpacht zur Verfügung gestellt.“ Von Beginn an war auch klar, dass die DLRG-Mitglieder einen großen Anteil in Eigenarbeit leisten. „Wir liegen da bei etwa einem Drittel“, schätzt Verges.

„Wir sind zufrieden, es geht wieder voran“, sagt der DLRG-Vorständler. Er schätzt, dass der ganze Bau bis Ende dieses Jahres „dicht“ ist. Irgendwann im nächsten Jahr soll er dann eingeweiht werden.

Von Ingo Petersen