Mittwoch , 23. September 2020
Der bespielbare Hang soll den direkten Zugang zum ersten Stock ermöglichen. Grafik: LüWoBau

So soll die neue Kita aussehen

Lüneburg. Weil die Nachfrage an Betreuungsplätzen immer weiter steigt, plant die Stadt eine neue Kindertagesstätte auf der Grünfläche vor dem Freibad in Neu Hagen. Nun wurden im Jugendhilfeausschuss die Pläne vorgestellt.

Sozialdezernentin Pia Steinrücke machte deutlich, dass die Stadt bei Kita-Plätzen eine Versorgungsquote von 90 Prozent halten will, im Krippenbereich bei 75 Prozent. Im gesamten Stadtgebiet klappt das bisher recht gut: Die Versorgungsquote bei Kitas liegt derzeit sogar bei 91 Prozent, bei der U3-Betreuung immerhin bei 71 Prozent. Allerdings sieht die Situation vor allem in Kaltenmoor ganz anders aus. Dort liegt die Quote im Kitabereich derzeit nur bei 52 Prozent, in der Krippe gar nur bei 37 Prozent.

Der Standort vor dem Freibad sei ideal

„In den Stadtteilen Neu Hagen, Schützenplatz und Kaltenmoor gibt es den größten Bedarf“, erklärte Jutta Bauer, Leiterin des Bereichs Bildung und Betreuung der Stadt. Deshalb sei der Standort vor dem Freibad ideal, da die Kinder aus allen drei Stadtteilen keinen weiten Weg hätten – getreu dem Motto „kurze Beine, kurze Wege“.

In der neuen Kita sollen sechs neue Gruppen enstehen, je drei im Elementarbereich und als Krippe. Erstere teilen sich auf in zwei Gruppen à 23 Kinder und eine Integrationsgruppe, in der 19 Kinder aufgenommen werden können. Die Krippengruppen sollen jeweils 15 Kinder beinhalten. Insgesamt wird also Platz für 110 Kinder geschaffen.

Die Planung und der Bau der Kita in Neu Hagen erfolgt nicht durch die Stadt selbst, sondern durch die Lüneburger Wohnungsbau GmbH. Die Stadt könne aber ihre Wünsche mit einbringen, verdeutlichte Jutta Bauer. Nach Fertigstellung wird die Stadt die Räume über einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren mieten.

Der Betrieb soll jedoch über einen freien Träger erfolgen. „Wir versuchen, das Gleichgewicht zwischen städtischen und Einrichtungen in freier Trägerschaft aufrecht zu erhalten“, sagte Jutta Bauer. Ein Drittel werde durch die Stadt betrieben, zwei Drittel von freien Trägern. Die Vorbereitung für die Ausschreibung für die neue Kita soll noch in diesem Jahr anlaufen.

Betrieb soll im Kita-Jahr 2022/2023 starten

Das Gebäude soll ein Massivbau werden, der außen eine Holz-Optik erhalten soll. Die Krippe wird im Erdgeschoss, die Kindergartengruppen werden im ersten Stockwerk untergebracht. Auch ein Familienzentrum soll Platz finden im neuen Gebäude.

Im Garten sei ein bespielbaren Hang vorgesehen, berichtete Jutta Bauer. Dieser soll dem ersten Stock einen direkten Zugang zum Garten ermöglichen, sodass die Kindergartenkinder aus ihren Gruppenräumen direkt ins Freie können.

Im Frühjahr 2022 soll alles fertig sein, sodass der Betrieb im Kita-Jahr 2022/2023 starten kann. Jedoch stehen bis dahin noch zwei wichtige Punkte aus: Am 23. September findet eine Anliegerversammlung statt, um über das Projekt aufzuklären und Sorgen und Bedenken auszuräumen. Vor allem das zu erwartende zusätzliche Verkehrsaufkommen stößt vielen Anwohnern sauer auf. Zudem muss dem Bebauungsplan noch zugestimmt werden.

Von Lilly von Consbruch