Mittwoch , 28. Oktober 2020
Das Projekt „MediAN“ läuft seit 2017. Axel Jahn und Paula Döpfner von der Loki-Schmidt-Stiftung freuen sich, ihre Ausstellung zu Hartholz-Auen im Biosphaerium Elbtalaue zeigen zu können. Foto: t&w

„Wilder Wald am großen Fluss“

Bleckede. Eine große Veranstaltung ist es nicht, dennoch ist es für alle Beteiligten etwas Besonderes, als sie im Biosphaerium Elbtalaue zusammentreffen, um sich von Paula Höpfner von der Loki-Schmidt-Stiftung die Wanderausstellung „Wilder Wald am großen Fluss“ zeigen zu lassen.

In Corona-Zeiten sind auch solche kleinen Zusammenkünfte noch nicht selbstverständlich. Andrea Schmidt, die Geschäftsführerin des Biosphaeriums, freut sich, Axel Jahn, den Geschäftsführer der Loki-Schmidt-Stiftung, die Kuratorin der Ausstellung Paula Höpfner, Franz Höchtl von der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue und Bleckedes Bürgermeister Dennis Neumann als Gäste begrüßen zu dürfen. „Es ist schön, dass wir heute hier sein können in diesen besonderen und schwierigen Zeiten“, sagt sie. „Diese grandiose Ausstellung wird auch andernorts gut funktionieren, aber zu uns passt sie perfekt.“ Die Ausstellung befasst sich mit dem einzigartigen und doch fast vergessenen Wald zwischen Land und Wasser, dem Hartholz-Auenwald.

Naturnahe Hartholz-Auenwälder zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Europas, in ihnen wohnt eine Vielzahl seltener und anpassungsstarker Pflanzen und Tiere. Aufgrund von Nutzungen unterschiedlichster Art ist nur noch ein Fünftel der natürlichen Auen in Deutschland vorhanden, nur 1 Prozent davon sind Hartholzauen. Kleine, fragmentierte Bestände davon befinden sich auf dem Unesco-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe.

Verbundvorhaben ist auf sechs Jahre angelegt

Andrea Schmidt: „Wir müssen ja hier nur einmal vor die Tür über den Deich und sind mittendrin.“ Die Ausstellung entspringt dem Verbundvorhaben „MediAN“, in dem sich ein Team aus Forschung und Praxis für den Erhalt und die Hartholz-Auenwälder einsetzt und das auf sechs Jahre (2017 bis 2023) angelegt ist. Für Andrea Schmidt ist gerade das das Außergewöhnliche an der Ausstellung: „Bereits während ein Forschungsprojekt läuft, daran partizipieren zu können und somit eine direkte Parallele zum Projekt zu haben, das ist toll und Bürgerinformation par excellence.“

In der Ausstellung lassen sich auf sechs verschiedenen „Wissensbäumen“ in vielen Dioramen, hinter Gucklöchern und Klappen, seltene Tiere und Pflanzen, emporrankende Lianen und verschiedene Lebensräume der Flussaue entdecken, auf Texttafeln wird der besondere Lebensraum erklärt, unter anderem auch sein großer Nutzen für die Menschen. So leisten die Hartholz-Auenwälder zum Beispiel einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz, denn sie binden große Mengen an Kohlenstoff in der Vegetation und im Boden.

Begeistert von der Ausstellung ist auch Dennis Neumann. Er wolle so viele Menschen wie möglich dazu bringen, sie sich anzuschauen. „Für jeden, der sich ernsthaft mit dem Thema Hochwasserschutz versus Naturschutz auseinandersetzen möchte, ist diese Ausstellung eine Pflichtveranstaltung. Außerdem erweitert sie noch mehr das Bewusstsein dafür, in was für einem besonderen Lebensbereich wir hier leben dürfen. Der Natur eine Stimme geben, das hat hier funktioniert.“

Die Ausstellung läuft noch bis Ende des Jahres.

Von Lea Schulze