Dienstag , 29. September 2020
Rote Rosen
Strahlendes Trio beim Foto-Termin (v.l.): Judith Sehrbrock, Herbert Schäfer und Jana Hora-Goosmann. In der 18. Staffel der „Roten Rosen“ linkt Herbert Schäfer als Andreas Schröder die beiden Frauen allerdings übel. (Foto: be)

Liebe, Schmerz und Bügelwäsche

Lüneburg. Am Set ist der Wechsel bereits vollzogen, auf dem Bildschirm wird es im Oktober so weit sein: Die Roten Rosen tauschen mal wieder kräftig Personal aus. Die Staffel mit Claudia Schmutzler in der Hauptrolle als Astrid Richter ist bereits abgedreht, die ersten Folgen der 18. Staffel mit neuem Personal und neuen Figuren sind bereits im Kasten. Die beiden Hauptrollen Mona Herzberg (gespielt von Jana Hora-Goosmann) und Tatjana Petrenko (Judith Sehrbrock), hatte die LZ bereits vorgestellt. Ebenso die Figur des Herbert Schäfer, gespielt von Andreas Schröder, der zwischen beiden Frauen steht. Aber welche Figuren tauchen noch auf und welche Darsteller schlüpfen in diese Rollen? Ein kurzer Überblick über die neuen Charaktere.

Antonia Jungwirth, die unter anderem schon in der ARD-Serie „WaPo Bodensee“ mitgespielt hat, spielt die lebensfrohe Sara Herzberg (22). Sie hat mit ihrer Halbschwester Mona und Andreas eine gut funktionierende Familie und deswegen ihren leiblichen Vater nie vermisst. Völlig überfordert hatte der einst die kleine Sara nach dem Tod ihrer Mutter an Mona übergeben. Sara blendet ihre schmerzhafte Herkunftsgeschichte so gut es geht aus. Sie will Krankenpflegerin werden, übt ihren Beruf mit Leidenschaft aus. Es ist ein Schock für sie, als Andreas sich nicht als der liebevolle, verantwortungsbewusste Mensch erweist, den Sara all die Jahre in ihm gesehen hat. Als dann auch noch ihr leiblicher Vater Gerhard auftaucht, reißt das alte Wunden bei ihr auf.

Martin Luding, der Serienerfahrung unter anderem in den ZDF-Reihe „Der Alte“, diversen SoKo-Formaten und bei „Hinter Gittern“ auf RTL sammelte, ist Jens Reichard (50), ein selbstbewusster Draufgänger, spontan, aber nicht verantwortungslos. Klettern und Fliegen sind seine Leidenschaften, beim Drachenfliegen beobachtet er bei Adlern und Falken, wie spielerisch leicht sie thermische Aufwinde nutzen, um scheinbar schwerelos zu schweben. Das Skelett dieser Vögel ist deshalb besonders leicht, weil die Knochen zum Teil hohl und mit Luft gefüllt sind. Das fasziniert ihn als Maschinenbau-Ingenieur, nach einem Zweitstudium an der Lüneburger Universität macht er sich als Leichtbauingenieur selbstständig. Jens war nach der Trennung fast acht Jahre allein erziehender Vater seiner Tochter Ellen. Er kann kochen, wuppt den Haushalt und kann durchaus auch einem DVD-Abend etwas abgewinnen, wenn sich parallel noch effizient Wäsche und Bügeln erledigen lässt. Mit dem Thema Liebe hatte er abgeschlossen, doch als er Mona trifft, spürt er, dass da mehr ist.

Yun Huang, zu sehen schon im Tatort (Berlin und München), ist Ellen Reichard (25), Jens‘ Tochter. Sie irritiert manche mit ihrer unnahbaren Art. Kleidung und Auftreten vermitteln den Eindruck einer verschlossenen jungen Frau, vor deren spitzer Zunge man sich in Acht nehmen muss. In Hamburg geboren, ist Ellen emotional durch und durch Norddeutsche, hat aber von der Mutter die außereuropäischen Gesichtszüge geerbt. Seit der Trennung ihrer Eltern wuchs Ellen bei ihrem Vater auf, begann nach der Schule eine Kochlehre. Als sie Anfang zwanzig ist, verliebt sie sich zum ersten Mal, doch ihre Gefühle bleiben unerwidert. Schließlich hält sie es nicht mehr aus, schmeißt ihren Job hin und beginnt ein BWL-Studium in Lüneburg. Sie bezieht ein Zimmer in der WG mit David und Simon, wo sie zunächst mit ihrem Kommilitonen Simon aneinander gerät, dessen Arbeitseinstellung so gar nicht zu Ellens Fleiß und Ehrgeiz passt. Als Ellen jedoch David kennenlernt, ist es um sie geschehen.

Jerry Kwarteng, er hat unter anderem schon im Polizeiruf 110, bei „Alarm für Cobra 11“ und „Nachtschicht“ mitgewirkt, ist Dr. Hendrik Althaus (42), ein Arzt, der Karriere machen will und weiß, dass man sich dafür auch mit Ellenbogeneinsatz im Konkurrenzkampf durchsetzen muss. Verlieren ist keine Option für ihn. Seine Eltern, ebenfalls Ärzte, hatten es aufgrund rassistischer Ressentiments schwer, beruflich aufzusteigen. Umso mehr will Hendrik sich heute, dreißig Jahre später, um jeden Preis durchsetzen, was im Kollegenkreis oft als überheblich angesehen wird. Seinen Patienten gegenüber ist er jedoch empathisch und einfühlsam. Der geschiedene Vater hat seine Söhne Joe und Sam vor dem Umzug nach Lüneburg nur jedes zweite Wochenende gesehen, nun muss er sich an die neue Situation erst gewöhnen. In der Klinik lernt er Britta kennen, die er erst nervig findet, doch das ändert sich bald.
Neithardt Riedel war einst im „Landarzt“, im „Großstadtrevier“ und neben Götz George im Vierteiler „Schulz & Schulz“ zu sehen, ist Gerhard Herzberg (73). Von seinem Vater streng erzogen, hat er als ältester Sohn dessen Tischlerei übernommen. Seine Frau Beate kümmert sich um alle Büroarbeiten und den Haushalt. Als Gerhard bei einer Reparatur eines barocken Dachstuhls in Bayern eine junge Frau, Michaela, trifft, ist er empfänglich für ihre Reize. Beide beginnen eine Affäre, sie wollen zusammen in den neuen Bundesländern etwas Neues aufbauen. Ein gemeinsames Kind kommt auf die Welt, alles scheint gut. Doch dann stirbt Michaela unerwartet und Gerhard steht mit dem Baby allein da. Er ist völlig überfordert und weiß sich nicht anders zu helfen, als seine kleine Tochter bei Mona abzugeben.

Von Alexander Hempelmann