Freitag , 30. Oktober 2020
So sah es im September 2019 in der Lüneburger Innenstadt aus. Rund 4000 Menschen demonstrierten. In wenigen Wochen soll es einen erneuten Protest geben. Foto: t&w

Klimastreik mit Hindernissen

Lüneburg. Am 25. September wollen die Lüneburger „Fridays for Future“-Aktivisten wieder mit einer großen Aktion für den Klimaschutz demonstrieren, sie rechnen mit 900 Teilnehmern. Allerdings gab es laut Benjamin Hirt größere Schwierigkeiten beim Ordnungsamt bei der Anmeldung des Protestzugs. „Wir haben vor vier Wochen Kontakt mit dem Ordnungsamt aufgenommen“, erklärt der 16-Jährige. Die Jugendlichen hätten die geplante Route sowie ein ausführliches Hygienekonzept ausgearbeitet und vorgelegt.

FFF hat schon rechtliche Schritte vorbereitet

Doch stattdessen hätte die Behörde blockiert: „Uns wurde der Vorwurf gemacht, wie wir denn auf die Idee kämen, eine solche Demonstration anzumelden und dabei zu denken, dass wir damit durch kämen,“ berichtet Hirt. Insbesondere die Route über den Sand sei vom Amt zunächst abgelehnt worden, da dafür der Verkehr und Buslinien umgeleitet werden müssten. „Das war aber vorher nie ein Problem“, sagt Hirt. Da die Zeit knapp wurde und ohne das Okay vom Ordnungsamt die Jugendlichen nicht mit der Mobilisierung und Bewerbung der Demonstration anfangen durften, habe „Fridays for Future“ schon über rechtliche Schritte nachgedacht und diese auch vorbereitet.

Dann aber klingelte am Freitagmorgen das Telefon: Das Ordnungsamt sei plötzlich einverstanden mit dem Antrag der Klimaaktivisten, die Aktion könne wie ursprünglich geplant stattfinden. „Das freut uns natürlich, allerdings haben wir jetzt Zeit verloren, das geht wohl auch zulasten unseres Hygienekonzepts“, sagt Hirt. Das sah vor, dass Ordner auf der Demo eingesetzt werden, die auf die Einhaltung der Coronaregeln bei den Demonstranten achten. „Jetzt wird es schwierig, genügend Ordner zu finden in den nächsten drei Wochen.“

Demo am Freitag, 25. 9., 11 bis 14.30 Uhr

Die Stadt bestätigte die Anmeldung des Demo-Aufzugs für den 25. September. Allerdings gebe es keinerlei Differenzen oder Hinhalten mit den Anmeldern, wenn das die Vermutung gewesen sein sollte, erklärte Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. „Das Team des Ordnungsbereichs kümmert sich gleichermaßen zügig, freundlich und kompetent um alle Anmeldungen.“ Jedoch gibt sie zu bedenken: „Die Zahl der Anmeldungen von Versammlungen, Mahnwachen und ähnlichen Aktionen ist allerdings deutlich angewachsen in den vergangenen Monaten. In diesem Jahr haben wir bis heute rund 130 Anmeldungen. Das ist schon jetzt deutlich mehr als wir 2019 auf das komplette Jahr gerechnet hatten und es sind rund dreimal so viele wie 2018.“ Das Personal sei in der Zeit aber leider nicht mitgewachsen, und auch ganz aktuell hätte das Amt wieder eine Reihe von Anmeldungen vorliegen.

Am Freitag, 25. September, wird zwischen 11 Uhr und 14.30 die Initiative „Fridays for Future“ in der Lüneburger Innenstadt demonstrieren. Die geplante Demo-Route läuft wie folgt: Am Sande, Bei der St. Johanniskirche, Altenbrückertorstraße, Willy-Brandt-Straße, Stresemannstraße, Lindenstraße, Sülztorstraße, Wallstraße, Rote Straße, Am Sande. Über Verkehrsbehinderungen und die Umleitung von Buslinien werden wir zeitnah informieren.

Von Robin Williamson