Montag , 26. Oktober 2020
Der DLRG-Ortsgruppe Bardowick mangelt es an Platz. Das Team sucht nun eine neue Halle für Material und Aktivitäten. Foto: t&w

Keine Heizung, kein Wasser, kaum Platz

Bardowick. Keine Heizung, kein Wasser – und vor allem: kaum Platz. Die Bardowicker Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sieht in ihrem Quartier an der Wallstraße keine Zukunft mehr. „Wir sind in den letzten Jahren sehr gewachsen – an Material und Aufgaben“, berichtet Vorsitzende Karin Meyer-Wölk. Darum sucht die rund 200 Mitglieder starke Truppe nun händeringend nach einer neuen Unterkunft. Größer und komfortabler soll sie sein.

Schon länger leide die DLRG-Ortsgruppe unter der Raumnot, berichtet Meyer-Wölk. Die Feldküche etwa, die zur Versorgung von Einsatzkräften und Katastrophenopfern genutzt wird, musste ins knapp 20 Kilometer entfernte Gifkendorf ausgelagert werden. Das koste die ehrenamtlichen Helfer im Ernstfall wertvolle Zeit, sagt Meyer-Wölk. Und wenn Versammlungen anstehen, aber das Wetter nicht mitspielt, müsse das Team immer wieder in Gaststätten, Gemeinde- oder Schulräume ausweichen, denn die Halle an der Wallstraße verfügt über keine Heizung. Eine Toilette ist ebenfalls nicht vorhanden. Meyer-Wölk ist mit der Situation alles andere als glücklich: „Das ertragen wir schon eine ganze Weile.“

„All das brauchen wir, wenn irgendwo eine Katastrophe eintritt“

Das mache auch die Kinder- und Jugendarbeit zu einer Herausforderung: Regelmäßig greift Karin Meyer-Wölk zum Telefon, um Räume für die ehrenamtlichen Angebote zu organisieren. „Wir müssen doch die jungen Leute ausbilden, damit sie später bei allen wichtigen Einsätzen dabei sein können.“

Die DLRG wurde im Jahr 1913 in Leipzig gegründet, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Ihre Mitglieder bieten Schwimmkurse an, bilden Rettungsschwimmer aus, beaufsichtigen Badegewässer und werden immer dann zur Hilfe gerufen, wenn es zu Unfällen auf dem Wasser kommt. So auch in Bardowick. Um im Ernstfall optimal ausgerüstet zu sein, habe die Ortsgruppe ihre Ausstattung in den letzten Jahren deutlich aufgestockt, berichtet Meyer-Wölk. Mehrere Boote, zwei Autos, ein Lkw, eine Feldküche, ein Spülmobil: Damit platze die jetzige Halle der DLRG aus allen Nähten. „Aber all das brauchen wir, wenn irgendwo eine Katastrophe eintritt.“

Die Vorsitzende hofft nun auf Unterstützung aus der Nachbarschaft. „Vielleicht sagt ja irgendwer aus Bardowick: ,Mensch, ich stelle gerne eine Halle zur Verfügung!‘“ Diese müsste mindestens 500 Quadratmeter groß sein und über einen Strom- und Wasseranschluss verfügen. Miete und Renovierungsarbeiten will die Ortsgruppe über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanzieren. Meyer-Wölk lädt alle Interessierten heute, Montag, um 19 Uhr zu einem Info-Abend in die aktuelle Halle, Wallstraße 8, in Bardowick ein. In diesem Rahmen wollen die DLRG-Mitglieder auch einen Einblick in ihre ehrenamtliche Arbeit geben.

Von Anna Petersen