Montag , 26. Oktober 2020
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Weniger 1:1-Betreuung in der Schule

Lüneburg. Wie können Kinder mit geistiger oder körperlicher Behinderung in Schulen optimal unterstützt werden? Mit dieser Frage hat sich der Jugendhilfeausschuss des Landkreises auseinandergesetzt. Die Abgeordneten beauftragten die Verwaltung, eine Poollösung für die Schulassistenz zum Schuljahr 2021/2022 zu erarbeiten. Der Plan ist, Betreuerinnen und Betreuer vermehrt nach Bedarf und parallel für mehrere Kinder im Unterrichtsalltag einzusetzen. Damit will der Landkreis Einzelfallbetreuungen reduzieren. Das teilt die Kreisverwaltung jetzt mit.

Mehrere Schulbegleiter gleichzeitig

In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Schulassistenten im Kreis stetig gestiegen. In den Klassen befinden sich teilweise mehrere Schulbegleiter gleichzeitig; immer mehr Anträge gehen schon ein, bevor die Kinder überhaupt eingeschult sind. Mit den Einzelfallbetreuungen schaffen die Schulassistenten für ihre Schützlinge eine Vertrauensbasis. Das Problem: Durch die ständige Eins-zu-Eins-Betreuung in der immer selben Konstellation fallen Kinder durch ihre Schulbegleitung im Unterricht mehr auf und sind oft von ihrem Betreuer abhängig.

Um eine Inklusion an Schulen noch intensiver zu fördern, strebe der Kreis daher die Poollösung an: Die Idee ist, zunächst an einer Schule ein Konzept zu testen, bei dem Schulassistenten mit kleinen Hilfestellungen die Kinder in der Klasse entlasten, die gerade Unterstützung benötigen. „Die Schulbegleitung kann dann gezielt schauen, welchem Kind gerade unter die Arme gegriffen werden muss“, so Yvonne Hobro, Leiterin des Fachbereichs Soziales beim Kreis. Ist das Konzept ausgearbeitet, will die Verwaltung die Ausschreibung für einen Träger des Projekts auf den Weg bringen. Hobro: „Das Konzept würde nicht zwangsläufig bedeuten, dass Einzelfallbetreuungen gänzlich wegfallen.“ lz