Mittwoch , 30. September 2020
Wo sonst Tagesausflügler und Biergartenfreunde gern eine Erfrischung zu sich nehmen, ist es seit Wochen still. Foto: us

Verschlossene Türen im Forsthaus

Lüneburg. Die Fenster des Ausschanks sind mit Brettern verdeckt, auf dem Platz vor dem Gasthaus wuchert mittlerweile das Unkraut, Tische und Bänke sind weggeräumt. Das Forsthaus Rote Schleuse macht einen verlassenen Eindruck, und das schon seit Wochen. Biergartenfreunde und Nachbarn rätseln, warum gerade in der schönsten Jahreszeit die Tore des einst beliebten Ausflugslokals eigentlich geschlossen sind.

„Das Forsthaus Rote Schleuse ist nicht geschlossen, es finden regelmäßig Veranstaltungen statt, fast täglich, zumindest aber wöchentlich“, sagt Sven Lejeune, Pressesprecher der Dormero-Gruppe, die das Gasthaus im Zuge der Übernahme des Bergström-Hotels vor wenigen Jahren erwarb.

Das aber wird von der gegenüberliegenden Straßenseite anders gesehen. „Wir wundern uns alle, warum dort bei so schönem Wetter geschlossen ist“, sagt Heribert Muckenhirn, Inhaber des Campingplatzes Rote Schleuse. Dort ist das dazugehörige Restaurant „Platzhirsch“ seit Mitte Mai wieder offen und seitdem auch regelmäßig gut besucht, wie der Campingplatzbetreiber versichert.

„Nachfrage ist nicht groß genug“

Auf Nachfrage räumt dann auch der Dormero-Pressesprecher ein, dass das Restaurant zwar für Veranstaltungen, nicht aber für Tagesgäste geöffnet ist. „Die Nachfrage ist dafür einfach nicht groß genug, um Personal dafür vorzuhalten“, sagt Lejeune. Außerdem müssten erstmal die Abläufe im Haupthaus abgearbeitet werden. Wie berichtet, hat es zuletzt verstärkt Kritik an der Sauberkeit und Organisation im Bergström-Hotel gegeben.

Wann das Forsthaus wieder öffne, könne noch nicht gesagt werden, „das hängt von den Zahlen und den Abläufen im Haupthaus ab“, erklärt Lejeune.

Auch wenn sich Heribert Muckenhirn über die vielen Gäste freut, die jetzt vermehrt sein Restaurant ansteuern, bedauert er, dass das Forsthaus weiter für Tagesausflügler geschlossen bleibt: „Wir können leider nicht alle aufnehmen, das tut uns natürlich für die Gäste leid, die gern gekommen wären.“

Von Ulf Stüwe