Samstag , 31. Oktober 2020
An dem ersten bundesweiten Warntag wollten Bund und Länder außerdem sämtliche Warnmittel wie etwa Sirenen und Warn-Apps testen. Die Warnmeldung über BIWAPP kam verzögert.

Bundesweite Panne beim ersten Warntag

Lüneburg. Der erste bundesweite Warntag wurde groß angekündigt: Am 10. September um 11 Uhr hätten alle Sirenen heulen sollen. Am gemeinsamen Aktionstag wollten Bund und Länder außerdem Sirenen und Warn-Apps testen. Mancherorts im Landkreis schrillten auch Sirenen. Da in Lüneburg aber keine vorhanden sind, hätte hier eine Warn-App ins Geschehen eingreifen sollen. Jedoch: Es herrschte lange Funkstille.

Die vom Landkreis Lüneburg mitfinanzierte „Bürger-Informations- und Warn-App“, kurz „Biwapp“, stürzte ständig ab und meldete erst um 11.17 Uhr die Übung – die Nachricht kam vom Lagezentrum Katastrophenschutz Schleswig-Holstein. „Dass die Warnmeldung über BIWAPP verzögert kam, war ein bundesweites Problem, sagte Urte Modlich, Pressesprecherin des Landkreises. „Es ist aufgetreten, weil – anders als bundesweit vereinbart – die vorgefertigten Warnmeldung nicht ausschließlich über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ausgelöst wurde – sondern über mehrere dezentrale Stellen. Dadurch war das System völlig überlastet.“

„Es ist extrem ärgerlich“

Das bestätigt auch Frank Dalock, Geschäftsführer der Marktplatz GmbH, die die App programmiert hat: „Ich habe gerade mit dem BBK gesprochen, sie haben den Fehler zugegeben. Es ist extrem ärgerlich, weil wir uns sehr gut vorbereitet hatten.“ Dalock betont, dass nicht BIWAPP versagt habe, sondern das BBK und die Abstimmung dort. „Das BBK hat uns zunächst falsche Meldungen gesendet – und zwar 52 Mal – die richtige erst um 11.40 Uhr. Das wird ein Nachspiel geben.“

Die BIWAPP wurde im Oktober 2016 gestartet, um die Bürger schnell über Großschadensereignisse einen Katastrophenfall zu infomieren. Die Kosten für Anschaffung und Wartung trug der Landkreis Lüneburg.

Von Elena Gulli