Sonntag , 25. Oktober 2020
Künstler Corona
Für freie Künstler wie Raimund Wurzwallner-Becker, hier in seinem Bühnensolo „Die Legende vom Ozeanpianisten“, ist die Situation dramatisch. (Foto: ff)

Geld für den Neustart

Lüneburg. Die Stadt will freischaffenden Künstlern helfen, die durch die Pandemie ihre Existenzgrundlage verloren haben. Dazu legt sie einen Fonds auf. Für eine Neustartprämie sollen insgesamt 50 000 Euro bereitgestellt werden. An der Richtlinie und dem Antrag wird noch im Detail gefeilt, aber der Kulturausschuss des Rates stellte sich bei seiner Sitzung im Kulturforum einstimmig hinter das Vorhaben.

Man müsse vorangehen, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge mit Blick auf bürokratische Hürden, die bei Projekten von Bund und Land auftreten. Dennoch brauche es eine rechtsfähige Richtlinie, „damit nicht nach Wirtschaftsprüfungen Jahre später das Geld zurückgezahlt werden muss.“ Gedacht sei die Starterprämie nicht für den Lebensunterhalt, sondern als „wirtschaftliche Liquiditätshilfe“. Die Notwendigkeit hierfür muss in den Anträgen deutlich werden, die Annette Beer-Kullin von der Fachstelle Kultur ausgearbeitet wurden.

Vom 5. Oktober bis 30. November sollen Anträge von Künstlern mit Hauptwohnsitz und Arbeitsschwerpunkt in Lüneburg gestellt werden können. Gewährt werden soll eine einmalige, nicht zurückzuzahlende Beihilfe von 2500 Euro. Das bedeutet: Insgesamt können demnach 20 Künstler die Hilfe erhalten. Über die Anträge entscheiden soll ein Gremium mit drei Vertretern der Stadt, der Kulturausschussvorsitzenden Birte Schellmann (FDP) und Sparkassenstiftung-Geschäftsführer Carsten Junge.

Dank an die Verwaltung kam von Birte Schellmann. „Grundsätzlich gut“ findet Rainer Mencke (CDU) die Neustartprämie, die aber noch nicht ganz „rechtssicher“ sei. Als „ausgesprochen willkommene Hilfe“ wertet Ernst Bögershausen (Grüne) die Förderung, und Friedrich von Mansberg (SPD) dankte für die „Ausputzertätigkeit. Wir bügeln aus, was andere versäumen.“

Folgen muss noch die Zustimmung durch den Rat. Der tagt am 1. Oktober. Der Antrag soll dann auf der Webseite der Stadt herunterzuladen sein. Bearbeitet werden die Anträge in der Reihenfolge ihres Eingangs. oc