Dienstag , 20. Oktober 2020
Tag des offenen Denkmals
Eigentümerin Sabine Sallier und Restaurator Peter Furmanek beim Videodreh in einem alten Patrizierhaus, das zu einem Gästehaus umgebaut worden ist. (Foto: Hansestadt Lüneburg)

Digitaler Tag des offenen Denkmals

Lüneburg. Deutschlands größtes Kulturevent, der Tag des offenen Denkmals, findet in diesem Jahr unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken“ Corona-bedingt erstmals digital statt. Die Hansestadt Lüneburg zeigt zur Veranstaltung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Sonntag, 13. September 2020, auf ihrer Internetseite drei Videos, in denen deutlich wird, wie historische Gebäude modern genutzt werden können, heißt es in einer Pressemitteilung.

Stadtbaurätin Heike Gundermann und Prof. Dr. Paul Georg Lankisch, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, haben sich für drei aktuell sanierte Baudenkmale entschieden, die ganz unterschiedlich sind, aber in einem Punkt übereinstimmen: Sie nutzen die Chance, die Denkmale bieten. So wird aus dem alten Schulamt ein modernes Hotel, die alte Musikschule wird zu einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt umgebaut und ein Patrizierhaus aus dem Jahr 1821 mit älterem Kernbau wird zum Gästehaus mit Ferienwohnungen.

„Lüneburg hat wunderschöne Denkmale, die wir nun deutschlandweit erstmals digital präsentieren. Dadurch können wir vielleicht auch den einen oder anderen begeistern, der sich bisher nicht mit diesem Thema beschäftigt hat“, sagt Cornelia Abheiden, Denkmalpflegerin bei der Hansestadt Lüneburg. „Ich finde es besonders schön, dass neben den sehr engagierten Eigentümern auch drei unterschiedliche Restauratoren zu Wort kommen, die jeweils ihren eigenen Blick auf die Dinge schildern.“

Zu sehen sind die drei Videos unter www.hansestadtlueneburg.de/denkmaltag2020

Das ehemalige Schulamt der Hansestadt Lüneburg (erbaut 1438) wird zum Wyndberg Hotel (Restaurator: Gerold Ahrends; Eigentümer: Stephan Scheer)

Das ehemalige Alte Schulamt an der Egersdorffstraße 1a ist zum Hotel mit Whisky-Destille umgebaut worden. Bauherr Stephan Scheer: „Man hat nicht immer von außen gesehen, wieviel Arbeit darin steckt, aber es musste unglaublich viel abgesichert werden, um das Gebäude standfest zu machen.“ Durch einen Anbau kommen Historie und Moderne hier zusammen. lz

Die ehemalige Musikschule der Hansestadt Lüneburg (erbaut 1447) wird zu einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt (Restaurator: Markus Tillwick; Eigentümer: Sandra Hiemer und Wolfgang Gremme)

Der Kernbau stammt aus dem Jahr 1447. Im Gebäude verbirgt sich beispielsweise eine seltene rund 200 Jahre alte Stuckdecke mit Glitzereffekt. Früher wurde es unter anderem als Wohnhaus für einen Sülfmeister genutzt.

Ein Patrizierhaus im Lüneburger Senkungsgebiet aus dem Jahr 1821 mit älterem Kernbau wird zum Gästehaus mit Ferienwohnungen (Restaurator: Peter Furmanek; Eigentümerin: Sabine Sallier)

Im Jahr 2013 sind die Räume erstmalig untersucht worden. Das Haus war in einem schlechten Zustand, da es jahrzehntelang unbewohnt und dadurch baufällig war. Sabine Sallier: „Ich wollte Lüneburg ein Stück Lüneburg zurückgeben. Es konnte nichts Besseres für mich geben.“ Innen gibt es interessante Dinge zu entdecken, die von der Geschichte des Hauses erzählen.