Sonntag , 25. Oktober 2020
Nur noch ein Haufen Schutt war gestern vom traditionsreichen Gasthaus Rose in Scharnebeck übrig. An der Hauptstraße/Ecke Echemer Straße sollen zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. (Foto: t&w)

Wohnen statt essen und feiern

Scharnebeck. Schon seit fast sieben Jahren ist das traditionsreiche Gasthaus Rose in Scharnebeck geschlossen, die Schilder mit der Firmenschrift sind längst verschwunden – jetzt wurde das seit März 2017 leerstehende Gebäude an der Hauptstraße/Ecke Echemer Straße abgerissen, gestern lag dort nur noch ein großer Haufen Schutt. An gleicher Stelle sollen zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils acht Wohnungen entstehen – Projektname: „Scharnebecker Höfe“.

Eine Scharnebecker Institution

Über viele Jahrzehnte gehörte das Gasthaus Rose mit seinem holzvertäfelten Gastraum zum Bild der Gemeinde Scharnebeck „einfach dazu“. Dort wurde gut gegessen, an der Theke manch Tropfen genossen, Feuerwehr, Männergesangverein und viele Gruppen mehr hielten dort ihre Versammlungen ab, Politiker sprachen im Festsaal, beliebt waren Preisskat und Matjesessen, es wurden Fremdenzimmer vermietet.

Nach der Schließung Ende 2013 unterhielt die Lüneburger „Tafel“ im vormaligen Gasthaus Rose für gut ein Jahr eine Außenstelle, die aber wenig angenommen wurde. Später wurde aus dem Lokal eine Asylbewerberunterkunft. Mehr als drei Jahre lang lebten Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern im Haus, dann zogen auch die wieder aus.Im Frühjahr 2018 wurde bekannt, dass statt des Gasthauses Rose künftig Wohnhäuser an der Hauptstraße stehen sollen. Schon damals war die Rede von zwei Gebäuden mit insgesamt 16 Wohnungen. Das Genehmigungsverfahren habe sich dann aber länger als erwartet hingezogen, sagt Scharnebecks Bürgermeister Hans-Georg Führinger (CDU). Ein Knackpunkt aus Sicht der Scharnebecker Kommunalpolitik war die Verkehrs- und Parksituation. Für die 16 Wohnungen waren von Beginn an 24 Parkplätze auf dem Gelände vorgesehen, also 1,5 pro Wohneinheit.

Bei diesen zwei Dutzend Parkmöglichkeiten, vor und neben den Gebäuden, ist es dann auch geblieben, so Führinger. Angesichts der Situation an der vielbefahrenen Ecke mitten im Ort „haben wir uns anfangs damit wirklich schwergetan. Wir gehen jetzt aber davon aus, dass das auskömmlich ist. Wir werden die Situation auf der Straße aufmerksam im Auge behalten“, kündigte er an.

Bedarf an Wohnraum ist riesengroß

Der Bürgermeister begrüßt es, dass in Scharnebeck weiterer Wohnraum entsteht. „Der Bedarf bei uns in der Gemeinde ist riesengroß.“ Erst kürzlich sei ein Komplex mit sechs Wohneinheiten sehr zügig verkauft worden, und für ein erst in der Planung befindliches Neubaugebiet mit etwa 80 Bauplätzen hätten sich bereits etwa drei Mal so viele Interessierte gemeldet.

Hans-Georg Führinger ist sich sicher: „Unsere Nähe zur Autobahn 39 ist für viele Menschen ein Anreiz, und wir haben hier eine vernünftige Infrastruktur, mit der es sich sehr gut leben lässt.“

Von Ingo Petersen