Hansa Veteran Rallye
(Foto: t&w)

ADAC Hansa Veteran Rallye einmal anders

Embsen. Dieses Jahr ist einiges anders. Ein viel geschriebener Satz dieser Tage. Er gilt auch für die 29. ADAC Hansa Veteran Rallye, die trotz Corona glücklicherweise am Sonnabend, 12. September, stattfinden kann. Aufgrund der Pandemie-Auflagen startet die 120 Kilometer lange Tour nicht wie sonst in der Lüneburger Innenstadt, die City wird dieses Mal komplett gemieden, sondern im ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Embsen. Das Starterfeld umfasst nur gut 80 Oldtimer statt wie beim vorigen Mal rund 140 Fahrzeuge. Zudem sind Zuschauer im Fahrerlager, also beim Start und im Ziel auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums in Embsen, sowie bei der geplanten Mittagspause nicht zugelassen, an der Strecke jedoch herzlich willkommen. Eins aber ist wie immer: Zu sehen sind liebevollst gepflegte Oldies aus den vergangenen 100 Jahren und strahlende Besitzer, die sich in diesem Jahr besonders freuen, dass sie trotz der aktuellen Lage ihre Autos und Motorräder für die 29. Auflage der ADAC Hansa Veteran Rallye aus der Garage holen dürfen. „Wir werden sicher viel Spaß haben, das sind super Leute, die mit Freude ihre Oldtimer hegen und pflegen, der Schlag Mensch, der nur ein Thema kennt“, sagt Organisator Rolf Moormann, „und wir hoffen und freuen uns auf viele Zuschauer, die sich an der Strecke verteilen, damit wir die Abstände garantieren können.“

Die Hansa Veteran Rallye ist eine in Norddeutschland sehr erfolgreiche Veranstaltung, die so manchen treuen Fan gewonnen hat. Viele Teilnehmer kommen aus Kiel, Hamburg und anderen Städten des Nordens, aber es reisen auch welche aus Berlin oder gar Kassel an – mit auf Hochglanz gewienerten Schätzchen wie in diesem Jahr beispielsweise einem MG VGA-Tourer (Bj. 1938, aus Kaltenkirchen), Amilcar CGS (1925, Berlin), Jaguar Competition C-Type (1955, Fahrer Kai Petersen aus Lüneburg), Ford A (1925, Melle) und einem 1923er Buick (Hamburg).

Zum ersten Mal machte sich 1972 eine kleine, eingeschworene Gruppe von Hobbyschraubern auf zur ADAC Hansa Veteran Rallye. Von da an ging die Tour in den Anfangsjahren jährlich, später dann aufgrund des gewachsenen Teilnehmerfeldes und des organisatorischen Aufwands im Zwei-Jahres-Rhythmus an den Start. Seit 2017 veranstaltet der Ortsclub Lüneburg e.V. im ADAC zudem ebensfalls alle zwei Jahre den Lüneburger Altstadt Grand Prix.

2004 übernahm Rolf Moormann die Organisation vom Ideengeber, dem Architekt Heinz Meyer. Für Moormann ist es immer wieder eine Herausforderung, eine attraktive Strecke zu definieren, die von den Oldtimerliebhabern gemütlich befahren werden kann, ohne Zeitdruck und ohne den öffentlichen Verkehr zu behindern: „Doch es gelingt mir immer wieder, Straßen zu finden, die wir noch nie befahren haben.“

Zunächst nimmt er sich eine topografische Karte vor, sucht nach schönen Fleckchen wie alten Alleen, Seen oder Teichen – und sein geschultes Auge macht dann schnell aus, welche Wege sich anbieten würden. Dann fährt er die Strecke ab. Oft geht es über Straßen, die nur für Anlieger oder landwirtschaftliche Fahrzeuge freigegeben sind. Dafür wendet sich Moormann an die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die Genehmigungen bei den entsprechenden Gemeinden anfragt. „Die bekommen wir auch immer, weil wir uns so gut benehmen“, scherzt Moormann, „das funktioniert super – dafür einmal ein herzliches Dankeschön.“

Dieses Mal galt es, bei der Konzeptionierung die Corona-Regeln zu beachten. Darum noch einmal die Bitte an die Zuschauer, nicht nach Embsen zu kommen. Doch auch, wenn Rolf Moormann das schade findet, hofft er auf viele Besucher an der Strecke – und gutes Wetter: „Wir sind zwar nicht aus Zucker, aber so ein spätsommerlicher Tag wäre schöner für uns und unsere rund 50 ehrenamtlichen Helfer.“ cec

Den Streckenplan als PDF finden Sie hier.

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