Samstag , 24. Oktober 2020
Laura Lerch
Laura Lerch macht ein Freiwilliges Soziales Jahr am Lüneburger Theater. (Foto: Theater)

Ganz dicht am Geschehen

Lüneburg. „Ursprünglich war mein Plan, nach dem Abi für ein Work & Travel nach Australien zu gehen – nun freue ich mich sehr, am Theater Lüneburg ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur machen zu können“, sagt Laura Lerch. Die 19-Jährige ist Anfang August vom Bodensee an die Ilmenau gezogen und hat in ihren ersten vier Wochen ihres Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) schon bei mehreren Produktionen Erfahrungen sammeln können.

Am Anfang war sie bei den Proben zu „Endspiel“, ein Schauspiel von Samuel Beckett, unterstützend tätig. „Die Schauspieler Yves Dudziak und Christoph Vetter inszenieren sich selbst. Es war sehr spannend, bei der Konzeptionsphase dabei zu sein. Und dann wurde ich an anderer Stelle ins kalte Wasser geschubst“, verrät die junge Frau. Sie sprang spontan als Regie-Assistenz bei dem Theatersolo „Die Jungfrau von Orleans“ ein. Dazu gehört unter anderem die Soufflage. „Ich freue mich sehr auf die Vorstellung heute Abend! Ich sitze auf dem Souffleusen-Platz an der Bühne und bin somit ganz dicht am Geschehen und an Schauspielerin Stefanie Schwab. Mein Lieblingsmoment ist die Szene, in der Johanna von Orleans auf Lionel trifft, in den sie sich auf dem Schlachtfeld verliebt. Da sieht man Stefanies ganze Spannung und unfassbare Energie“, schwärmt die 19-Jährige.

In den vergangenen Tagen hat sich Laura Lerchs Arbeitsplatz von der Bühne in Richtung Büro verlagert: „Nun steige ich bei Hilke Bultmann in die dramaturgische Arbeit ein. Das Programmheft für ‚Emilia Galotti‘ steht an sowie unter anderem die Materialmappen für die Komödie ‚Die Studentin und Monsieur Henri‘. Das bedeutet in erster Linie Recherche“, erklärt sie. Sie sei gespannt, in den nächsten Wochen und Monaten die weiteren Aufgabenfelder der Dramaturgie kennenzulernen.

Wenn sie nicht im Theater ist, ist die 19-Jährige gerne in der Stadt unterwegs und erkundet die Umgebung. „Mir gefällt es hier sehr gut. Lüneburg erinnert mich ein bisschen an Konstanz. Zwar ohne Alpen und ohne Bodensee, aber dafür ist das Flair doch sehr ähnlich“, sagt Laura lachend. lz