Freitag , 18. September 2020
Eisstadion Adendorf
Eisstadion und Freibad (links) unten am Scharnebecker Weg – beiden Anlagen steht eine gründliche Sanierung bevor. (Foto: be)

Adendorfer hoffen auf Millionen

Adendorf. Wenn alles klappt wie erhofft, sind das Adendorfer Freibad am Scharnebecker Weg und das direkt daneben liegende Eisstadion in wenigen Jahren „fit“ für die Zukunft. Und das mit erheblichen Zuschüssen aus Berlin (Freibad) und Hannover (Eisstadion). In seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus stimmte der Adendorfer Gemeinderat zwei entsprechenden Anträgen einmütig zu.

Bereits sicher hat die Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 1,251 Millionen Euro für das Freibad aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur“ (LZ berichtete). Insgesamt sollen 2,78 Millionen Euro in das 1974 eröffnete Bad investiert werden. Maximal 45 Prozent davon werden als Zuschuss nach Adendorf fließen, mit 1,529 Millionen Euro hat die Gemeinde 55 Prozent als Eigenanteil beizutragen.

Um in den Genuss des Millionenzuschusses zu kommen, musste der Gemeinderat noch beschließen, für den Eigenanteil aufzukommen und die Maßnahme dann auch umzusetzen. Das hat er am Donnerstag getan.

Geplant ist im Freibad unter anderem die Sanierung des 46 Jahre alten Kassen-, Sanitär- und Umkleidebereichs, die Erneuerung der Solaranlage, die Sanierung der Sprungturmanlage. Weiterer Schwerpunkt: die Erneuerung der „Beckenköpfe“, der Kantenbereiche der Becken.

Einen vor Kurzem noch unerwarteten Geldsegen könnte der Gemeinde Adendorf ein anderes Förderpaket bescheren: der „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ des Landes Niedersachsen. Der könnte in den zweiten Teil der Sanierung des 1976 eingeweihten Eisstadions fließen, das wegen kapitaler Technikschäden während der kompletten Saison 2019/2020 geschlossen war: Gefördert werden könnten die Sanierung der Betonfläche und der Einbau einer einer neuen Rundumbande.

Für die Förderung hat sich die Gemeinde Adendorf beworben – wenn sie den Zuschlag erhält, hat sie gleich mehrfach Glück: Voraussetzung für die Förderung ist, dass die beantragende Kommune über einen Sportentwicklungsplan verfügt. „Den haben wir schon, er muss nur verabschiedet werden“, sagt Bürgermeister Thomas Maack (SPD).

Außerdem: Die Maßnahmen an Betonfläche und Bande sollten im Zuge der gründlichen Sanierung des Eisstadions eigentlich in diesem Sommer durchgeführt werden – auf Kosten der Gemeinde. Maack: „Dann wäre die Förderung für uns natürlich nicht in Frage gekommen.“

Allerdings hatte die Verwaltung beschlossen, die notwendigen Maßnahmen aufzusplitten, die Erneuerung von Betonfläche und Bande zu verschieben. „Eine glückliche Fügung“, erklärte Gunther von Mirbach (Gruppe CDU/FDP) in der Ratssitzung. „Wir haben Glück im Unglück“, meinte Markus Graff (ABAE/Linke).

Die 750 000 Euro, die für Betonfläche und Banden geschätzt wurden, sind im Haushalt 2021 eingeplant – noch aus eigenen Mitteln. „Ich bin zuversichtlich, dass wir Chancen haben, die Förderung zu bekommen“, sagt Thomas Maack und hofft auf eine Entlastung für den Haushalt.

Zunächst werden Anwohner informiert

Bonnestraße noch kein Thema

Ein Antrag der Gruppe ABAE/Linke im Adendorfer Gemeinderat, die Bonnestraße umzubenennen, war am Donnerstagabend doch nicht Thema in der Ratssitzung. In der vorhergegangenen Sitzung des Verwaltungsrats hatten sich die Lokalpolitiker darauf geeinigt, zunächst einmal eine Anwohnerversamlung einzuberufen, erst danach soll sich der Rat dann mit dem Thema befassen.

Georg Bonne, Arzt aus Hamburg, lebte von 1923 bis 1930 in Adendorf, machte sich dort um die Schaffung erschwinglicher Siedlungshäuser verdient. Inzwischen ist bekannt, dass Bonne Anhänger der völkischen und antisemitischen Ideen des Nationalsozialismus war, er begrüßte, so eine Untersuchung im Auftrag des Hamburger Staatsarchivs, die NS-Bewegung spätestens seit 1931.

Von Ingo Petersen