Montag , 21. September 2020
Für die alte Schule scheint das Schicksal nun endgültig besiegelt: Der Architektenwettbewerb läuft, 16 Büros sind nun dabei, den besten Entwurf für eine neue Schule zu kreieren. Foto: t&w

Jetzt sind die Architekten dran

Deutsch Evern. Die Samtgemeinde Ilmenau plant den Bau einer neuen Grundschule in Deutsch Evern – und dieses Vorhaben scheint für Planungsbüros im In- und Ausland ein lukrativer Auftrag zu sein: 91 Architekten haben ihr Interesse bekundet – 16 von ihnen sind jetzt per Losverfahren in die engere Auswahl gekommen. Sie nehmen an dem Architektenwettbewerb teil, aus dem eine Fachjury dann am 8. Januar den besten Entwurf für den Bau der neuen Grundschule auswählen wird. Das Gremium setzt sich aus fünf Architekten, Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt sowie den Ratsmitgliedern Hubert Ringe (CDU), Karsten Fuhrhop (BLI) und Barbara Beenen (SPD) zusammen.

Die teilnehmenden Büros kommen aus Berlin, Stuttgart, Hannover, Münster und Köln, aber auch ein Architektenbüro aus Polen wird nun seine Entwürfe für den Bau einer neuen Schule entwickeln. „Bis zum 25. September müssen die Planer nun verbindlich ihre Teilnahme an dem Architektenwettbewerb erklären.“Für den Fall, das einige doch noch einen Rückzieher machen sollten, hat „Glücksfee“ Norbert Meyer noch fünf Ersatzlose aus der Trommel gezogen. „Darunter befinden sich auch Büros aus Madrid und Amsterdam“, berichtet Rowohlt.

Norbert Meyer als „Losfee“

Dass ausgerechnet der Ostheider Bürgermeister Norbert Meyer in die Lostrommel greifen durfte, hat einen Grund: „Das darf nur ein von der Auftrag vergebenen Behörde unabhängiger Beamter machen,“ klärt Rowohlt auf und bat deshalb seinen Kollegen aus der Nachbarkommune um kollegiale Hilfe. Der sagte gerne zu – und nahm dabei auch die eine oder andere Anregung für das größte Bauvorhaben in der Geschichte der Samtgemeinde Ostheide mit: Wie berichtet soll die Grundschule in Neetze nun doch nicht mehr modernisiert und erweitet, sondern eine Schule komplett neu gebaut werden.

Und so sieht jetzt der weitere Zeitplan in Deutsch Evern aus: Bis zum 17. November müssen die Planer ihre Entwürfe fertig haben. Der Kreativität der Architekten wird dabei kaum Grenzen gesetzt. Vorgaben gibt es beim Raumplan (dreizügig), das Gebäude soll zweistöckig sein, auf dem Dach müssen Photovoltaik und Solarzellen vorhanden sein. Der Kostenrahmen für das Gesamtprojekt darf 10,9 Millionen Euro nicht überschreiten.

„Zum Festpreis, mit festen Terminvorgaben“

Ziel des Architektenwettbewerbs ist es, das die Planer ihre Ideen und Entwürfe bis zur Bauantragsreife bringen. Hat sich die Jury dann für einen Entwurf entschieden, soll ein General-Unternehmer das Projekt vom Zeichenbrett in die Realität umsetzen. „Zum Festpreis, mit festen Terminvorgaben“, sagt Rowohlt

Trotzdem: Dass schon im nächsten Jahr die Bagger anrollen und mit dem Bau beginnen werden, daran glaubt Rowohlt nicht: 2021 werden wir wohl vor allem für die Abwicklung aller Formalitäten benötigen“, glaubt der Rathauschef, der sich auch einen kleinen Seitenhieb gegen das Bauamt des Landkreises nicht verkneifen kann: „Die Behörde braucht für Baugenehmigungen nämlich erfahrungsgemäß besonders lange.“

Von Klaus Reschke