Dienstag , 20. Oktober 2020
Sie setzen sich für Schutz und Rechte von Kindern und Jugendlichen ein: Die scheidende KSB-Vorsitzende Monika Montz (l.) und ihre Nachfolgerin Eleonore Tatge. Foto: t&w

Ihr Engagement gehört den Kindern

Lüneburg. Für Kinder einstehen und ihnen dabei helfen, dass sie eine unbeschwerte Kindheit und Jugend haben – das liegt Monika Montz am Herzen. Seit 18 Jahren engagiert sie sich deshalb beim Kinderschutzbund (KSB) Lüneburg, dessen Vorsitzende sie seit 2004 ist. Dieses Amt hat sie nun an Eleonore Tatge übergeben. Monika Montz wird aber weiter für verschiedene Projekte sowie in der Beratung beim KSB tätig sein. Für ihr großes Engagement wurde sie bei der Mitgliederversammlung zur Ehrenvorsitzenden der Lüneburger Einrichtung ernannt.

Kinder unterschiedlich von Gewalt betroffen

In den Nachkriegsjahren geboren, habe sie erlebt, wie Kinder von unterschiedlichen Formen der Gewalt betroffen waren, sagt die heute 70-Jährige. Das sei für sie Motivation gewesen, sich selber zu engagieren. Die Diplom-Sozialpädagogin mit Schwerpunkt Jugendpsychiatrie hatte nach dem Studium beim KSB Lüneburg, der 1969 gegründet wurde, in der Beratung gearbeitet. 2002 habe sie privat eine schwere Zeit gehabt, umschreibt sie. Sie musste aufhören zu arbeiten, fiel in ein Loch.

Ihre Nachbarin Eleonore Tatge, damals schon für die Polizei federführend engagiert im Kriminalpräventionsrat von Stadt und Kreis, habe ihr erzählt, dass der KSB dringend eine stellvertretende Vorsitzende suchte. Montz wurde Mitglied und dann Vorsitzende.

„Nummer gegen Kummer“

Unter ihrer Ägide wurde nicht nur die Beratung übers Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ weiter forciert, sondern sie setzte sich auch für das Projekt „Jugendliche beraten Jugendliche“ ein. Das stand finanziell auf wackeligen Beinen, Montz sorgte für den Fortbestand. „Denn es hilft Jugendlichen, die aufgrund von Sorgen und Nöten Unterstützung brauchen und dazu lieber mit Gleichaltrigen sprechen. Aber auch die jugendlichen Berater profitieren davon,“ sagt Montz. Einige von ihnen würden sogar nach Ausbildung oder Studium wieder bei der „Nummer gegen Kummer“ einsteigen.

2013 wechselte der KSB mit Kinderstube und Büro von der Katzenstraße in die Soltauer Straße. „Damals brauchte die Stadt Krippenplätze, 2014 haben wir 11 Plätze an den Start gebracht.“ Das geschah mit Unterstützung der Round Tabler und viel Engagement aus dem Team. Neben Beratungen für Eltern, Ausbildung für ehrenamtliche Helfer ist Monika Montz für den KSB im Kriminalpräventionsrat tätig. Außerdem gehört „Klappern“ für Spenden zu ihren Aufgaben. Für ihren ehrenamtlichen Einsatz wurde sie unter anderem vom Landkreis 2017 ausgezeichnet sowie im vergangenen Jahr vom Landesverband anlässlich des 50-jährigen Bestehen des KSB Lüneburg.

Tatge hat schon ein neues Projekt im Blick

Mit Eleonore Tatge übernimmt nun eine Frau den Vorsitz, die sich den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen, Kinder sowie jüngst in der Pflege seit Jahren zu eigen gemacht hat. Die Kriminalhauptkommissarin, die Ende August in den Ruhestand verabschiedet wurde, hat sich landesweit einen Namen gemacht in Sachen Prävention (LZ berichtete). „Lore“ – wie Montz sie freundschaftlich nennt – „wird das Organisatorische, die Öffentlichkeitsarbeit und die Akquise übernehmen. Sie vertritt den KSB im Kriminalpräventionsrat und ist beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss.“

Eleonore Tatge hat aber auch schon ein neues Präventionsprojekt im Blick. Das soll sich an Kinder in Grundschulen richten. „Es ist mir ein Anliegen, dass bereits Grundschüler lernen, sich zu äußern, wenn sie von Gewalt betroffen sind, um so frühzeitig Hilfe zu bekommen.“

Von Antje Schäfer