Mittwoch , 28. Oktober 2020
Wehr Geesthacht
Mit Drohnen aus der Luft, von Boot im Wasser und auch an Land suchten etwa 100 Einsatzkräfte nach dem Mann im angeblich grünen Boot. (Foto: tja)

Fieberhafte Suche auf der Elbe

Geesthacht. Glimpflicher Ausgang für eine groß angelegte Suchaktion am Geesthachter Stauwehr: Mehrere Autofahrer hatten am Donnerstagabend gegen 19.10 Uhr über den Notruf an die Leitstellen in Lübeck und Winsen/Luhe einen Mann in einem Boot gemeldet, der wohl im Stauwehr unterhalb der Elbbrücke verschwunden sein soll. Nach zwei Stunden fieberhafter Suche und Hinweisen auf die besagte Person konnte der Mann wohlbehalten zuhause angetroffen und der Einsatz abgebrochen werden.

Gegen 21 Uhr konnte der Bootsfahrer als Anwohner der Elbmarsch ermittelt werden. „Er war wohl hinter die Absicherungstonnen, die als Warnung vor der Strömung quer im Fluss sind, gefahren und hatte sich aus dem Staub gemacht, als er das viele Blaulicht auf der Brücke anrollen sah“, sagte Einsatzleiter Sascha Tönnies.

Im Juli war dort ein Kajakfahrer ums Leben gekommen und vor zwei Wochen hatte ein abgetriebenes Kanu für einen vergleichbaren Großeinsatz gesorgt. Da konnte der Besitzer aber schnell am Ufer gefunden werden. „Die Menschen sind seit dem Unglück im Juli sensibilisiert und melden ihre Beobachtungen jetzt offenbar früher“, sagte Tönnies. Der Chef der Geesthachter Feuerwehr leitete den Einsatz von Feuerwehr, Polizei und Wasserrettung aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Mit Drohnen aus der Luft, von Boot im Wasser und auch an Land suchten etwa 100 Einsatzkräfte nach dem Mann im angeblich grünen Boot, wobei unklar ist, ob es sich um ein Kanu oder ein Schlauchboot handelt. Tönnies: „Die Autofahrer sahen den Mann ein Stück oberhalb des Wehres, aber nicht, ob er das Wasser möglicherweise verlassen hat. Wir müssen deshalb immer vom Schlimmsten ausgehen.“ Das Schlimmste ist im Fall des Stauwehrs das starke Gefälle von etwa vier Metern zwischen der Oberelbe und dem von der Tide beeinflussten Bereich unterhalb des Wehres. Dort entsteht eine extreme Strömung, der man sich so gut wie nicht entziehen kann.

Um ungefährdet agieren zu können, sperrte die Polizei die Elbbrücke und leitete den Verkehr in Geesthacht und Rönne ab. Autofahrer mussten über Lauenburg ausweichen.

Von Timo Jann