Dienstag , 27. Oktober 2020
Das PKL-Hauptgebäude (Haus 48) soll in mehreren Schritten abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Dort soll die Erwachsenenpsychiatrie konzentriert werden. Foto: be

Kliniken bauen für gute Versorgung

Lüneburg. Die Gesundheitsversorgung für die Region zukunftsfähig aufstellen, das wollen das Lüneburger Klinikum und die Psychiatrische Klinik Lüneburg (PKL) auch mit Großbauprojekten. Diese werden zwar nicht von heute auf morgen alle umgesetzt, aber sie haben ein erhebliches Kostenvolumen. Da die Stadt alleiniger Gesellschafter der Kliniken ist, wollen Michael Moormann, Geschäftsführer des Klinikums, und Rolf Sauer, Geschäftsführer der PKL, die Politik dazu im Wirtschaftsausschuss informieren. Er tagt am Donnerstag, 24. September, von 17 Uhr an im Albert-Ransohoff-Saal der Klinik, Am Wienebütteler Weg 1.

Über die Konzentrierung der Erwachsenenpsychiatrie an einem Standort auf dem PKL-Gelände hatte Sauer erstmals 2018 informiert. Inzwischen sind die Planungen überarbeitet worden: herausgekommen ist ein mehrstufiges Baukastensystem. Danach sollen im ersten Bauabschnitt nun Turnhalle und Schwimmbad, die sich hinter Haus 48 befinden, abgerissen werden. Anstelle dessen entstehen zwei neue Gebäude, in die vier Stationen umziehen können, die sich derzeit noch im Hauptgebäude (Haus 48) befinden. Baubeginn soll im kommenden Jahr sein, die Fertigstellung ist für 2023 geplant.

Neuer Komplex soll im Baukastensystem entstehen

Damit wäre ein Teil des Gebäudes 48 frei, der dann abgerissen werden soll. Ist das dafür neu entstehende Gebäude fertig, würden dann die fünfte Station, die noch im Hauptgebäude angesiedelt ist, sowie der Ambulanzbereich umziehen. Danach könnte auch der Rest des Hauses 48 weichen, anstelle dessen zwei weitere Neubauten entstehen. Wann das alles umgesetzt ist, steht zeitlich noch nicht fest.

Fest steht nach gegenwärtiger Kalkulation inzwischen das Kostenvolumen, das Sauer der Politik vorstellen will. Das komplette Projekt schlägt mit rund 104 Millionen Euro zu Buche. Die PKL erwartet den Bescheid für die Förderung durch das Land für den ersten Bauabschnitt Ende Oktober. „Dieser wird 39,6 Millionen Euro kosten, wir gehen von einer Förderung von 32 Millionen Euro aus.“ Die Klinik müsste knapp 7 Millionen Euro Eigenmittel aufbringen. Der zweite Bauabschnitt ist mit 64 Millionen Euro veranschlagt. Der Förderantrag dafür soll im nächsten Jahr gestellt werden. Hier kalkuliert die PKL mit einer Förderung von 44 Millionen Euro. 19 Millionen Euro muss die Klinik selbst investieren.

Im Klinikum sollen die 31 Vierbettzimmer nach und nach der Vergangenheit angehören. Im Zuge eines Umbaus sollen Zweibettzimmer entstehen, in die optional ein drittes Bett gestellt werden kann. Außerdem soll die Zentral-Sterilisation auf neuesten Stand gebracht werden (LZ berichtete). Kosten: 9,8 Millionen Euro, Förderung vom Land 6,5 Millionen Euro. Mit dem Umbau soll Ende des Jahres begonnen werden.

Operationssäle und Mutter-Kind-Zentrum in einem Trakt

In den kommenden zehn Jahren könnte außerdem ein neues Funktionsgebäude realisiert werden, in das Operationssäle und ein Mutter-Kind-Zentrum einziehen sollen. Die Kosten belaufen sich laut Moormann schätzungsweise auf zirka 120 Millionen Euro. Damit das Gebäude entstehen kann, müsste das alte Bettenhaus (Gebäude B) weichen und ein neues entstehen. Die ersten Planungen sehen vor, dieses zwischen den Gebäudeteilen E und D in Richtung Oedemer Weg zu errichten. Die Kosten dafür belaufen sich nach gegenwärtiger Planung auf etwas über 20 Millionen Euro. „Wie hoch der Anteil an Fördermitteln für diese beiden Projekte ist, ist erst einmal ungewiss“, sagt Moormann.

Von Antje Schäfer