Freitag , 30. Oktober 2020
Sportförderung, Kulturförderung, besondere Härtefälle: Finanzhilfen des Landkreises Lüneburg sollen hier greifen. Fotos: AdobeStock

Finanzielle Hilfen für Vereine im Landkreis

Lüneburg. Der Lüneburger Kreisausschuss hat bei seiner Sitzung am Montag die Richtlinien für drei weitere Förderprogramme abgesegnet, die Einrichtungen im Landkreis helfen sollen, die Corona-Krise abzufedern. „Uns ist es wichtig, in dieser schwierigen Lage Institutionen und Strukturen im Landkreis zu erhalten und zu stärken“, so Landrat Jens Böther in einem Gespräch. Insgesamt sind die Programme mit 400.000 Euro hinterlegt. Davon entfallen 200.000 Euro auf die „Zukunftsförderung Landkreis Lüneburg Sport, Kultur, Soziales und Umwelt“ sowie jeweils 100.000 Euro auf den Topf „Landkreis Lüneburg Restart-Kultur“ und den „Sozialfonds Landkreis Lüneburg“.

Die Mittel für die Ausstattung der Programme hatte der Kreistag bereits Anfang Juli mit der Verabschiedung des Nachtragshaushalts für das laufende Jahr freigegeben. Ende Juli hatten die Kreistagsabgeordneten in einem interfraktionellen Gespräch die Eckpunkte für die erforderlichen Richtlinien festgezurrt und die Verwaltung beauftragt, diese zeitnah zu erarbeiten und vorzulegen.

Die Programme im Überblick, Anträge sind jeweils bis spätestens 15. November dieses Jahres beim Landkreis einzureichen.

Zukunftsförderung

Zielgruppe: Antragsberechtigt sind Vereine sowie rechtsfähige Träger von Institutionen und Einrichtungen aus dem Bereich Sportförderung, Kultur, Soziales und Umwelt.

Zweck: Unterstützt werden sollen neue Projekte, die auf den zukünftigen Erhalt von Strukturen in den oben genannten Bereichen zielen.

Höhe der Förderung: Bis zu 75 Prozent der beantragten Gesamtkosten des zukunftsfähigen und nachhaltigen Projektes, maximal jedoch 5000 Euro pro Antragsteller und Antrag.

„Restart-Kultur“

Zielgruppe: Antragsberechtigt sind Vereine sowie rechtsfähige Träger von Institutionen und Einrichtungen aus dem Bereich Kultur mit Sitz im Landkreis Lüneburg.

Zweck: Unterstützt werden sollen neue Projekte, die geeignet sind, die Strukturen der Vereins- und Kulturlandschaft im Landkreis Lüneburg zu schützen und weiterzuentwickeln. Auch sollen neue Maßnahmen gefördert werden, die die Wiederaufnahme von Kulturangeboten und -veranstaltungen zum Ziel haben. Die Richtlinie dient nicht dazu, den Lebensunterhalt einzelner Künstler zu sichern.

Höhe der Förderung: Bis zu 50 Prozent der nicht gedeckten, unabweisbaren Kosten, die für eine Wiederaufnahme des jeweiligen Vereins-/Kulturbetriebs benötigt werden, maximal jedoch 2500 Euro pro Antragsteller und Antrag.

„Sozialfonds“

Zielgruppe: Natürliche Personen mit Wohnsitz im Landkreis Lüneburg, die unbillige Härten bei ihrer Lebensführung im besonderen Einzelfall ausgleichen müssen. Unterstützung kann beantragen, wer als Kurzarbeiter, Soloselbstständiger, Freiberufler oder Kleinunternehmer unmittelbar von der Corona-Pandemie betroffen ist. Dies gilt auch für Personen, die durch die Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben.

Zweck: Der Sozialfonds soll immer dann greifen, wenn erwerbsfähige und nach dem Sozialgesetzbuch leistungsberechtigte Personen oder Familien sich in einer unvorhergesehen, akuten und existenzbedrohenden Notlage befinden.

Höhe der Förderung: Einmalig bis zu 1500 Euro, sofern alle gesetzlichen Leistungsansprüche bereits nachweisbar ausgeschöpft sind.

Noch ist für die Verwaltung nicht absehbar, wie in welcher Höhe Fördermittel aus welchem Programm abgerufen werden. Dazu sagt der Landrat: „Wir sind flexibel. Stellen wir fest, dass das Geld in einem Topf zu Ende geht, während ein anderer noch gut gefüllt ist, können wir die vorgesehenen Mittel auch umlenken.“

Mit den drei neuen Förderprogrammen hat der Landkreis Lüneburg seit Beginn der Corona-Krise insgesamt 800.000 Euro bereitgestellt, um die Folgen für Vereine und Institutionen vor allem in den Bereichen Sport, Kultur und Soziales aufzufangen.

Bereits im Mai hatte der Kreistag das Förderprogramm „Landkreis Lüneburg Corona Soforthilfe Kultur und Sport“ auf den Weg gebracht. Dort stehen 400.000 Euro für Hilfen bereit, von denen bis Anfang September knapp 159.000 Euro an mehr als 20 Vereine aus der Region ausgezahlt worden sind. Zudem hatte der Kreistag im Juli mit dem Nachtragshaushalt die Kreisumlage um zwei Prozentpunkte gesenkt und damit die Kommunen um 4,49 Millionen Euro entlastet. Finanziert werden diese Hilfen aus dem laufenden Haushalt, neue Schulden muss der Kreis dafür nicht machen.

Weitere Informationen sowie die Förderanträge zum Download finden Sie hier. 

Von Malte Lühr